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Warum ein Nistkasten noch kein gutes Nest macht; und warum auch auf dem Balkon Nistkästen eine gute Idee sind. |
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Danke schön für das Bild an @balkongarten_liebe |
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Nistkästen auf dem Balkon? Ja, bitte.
Viele von euch haben keinen großen Garten, keine alten Obstbäume und keine wilde Hecke am Zaun. Sondern "nur" einen Balkon. Vielleicht im dritten Stock, vielleicht mit Blick auf einen Park, vielleicht seht ihr auch andere Häuser.
Aber auch hier haben Nistkästen und Wildnisgärtnern einen guten Sinn.
Gerade in Städten fehlen natürliche Höhlen. Fassaden werden saniert, Dachnischen verschwinden, alte Bäume werden selten. Für Meisen, Sperlinge oder auch Fledermäuse wird es zunehmend schwierig, geeignete Brut- und Schlafplätze zu finden. Ein gut angebrachter Nistkasten auf dem Balkon kann deshalb tatsächlich eine gut Notlösung sein. Dabei ist die Größe des Balkons ist weniger entscheidend als seine Atmosphäre. (Gilt auch für Terrasse, Hinterhof oder welches potenziell grüne Fleckchen euch gehört und das euch eigentlich zu klein erscheint.)
Ruhig sollte es sein. Der Kasten muss fest montiert sein, am besten an der Hauswand oder außen am Geländer, er sollte windgeschützt hängen, nicht in der prallen Sonne und nicht direkt über dem Lieblingsstuhl oder neben dem Grill. Glasflächen in der Nähe - Fenster, Balkontür - sind eine gewisse Gefahr. Die macht ihr am besten sichtbar mit speziellen Mitteln oder ganz einfach wie immer: mit weniger Arbeit. Fenster nicht zu putzen ist der beste Schutz vor Vogelschlag.
Und wenn sich dann jemand einquartiert hat, dann gilt: nichts umstellen, keine großen Partys oder Pflanzaktionen, nicht hineinschauen (wenn ihr neugierig seid: VORHER eine Kamera einbauen), das Balkonleben ein bisschen ruhiger angehen.
Auf meinem Blog habe ich das Thema gaaanz ausführlich erklärt. Hier solls ja nicht zu lang werden, weil ich habe noch ein paar Themen für euch. |
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Nistkästen sind das eine – Nistmaterial das andere
Nistkästen kann ich euch liefern, als Bau-Anleitung und fix & fertig, auch die Informationen dazu. Aber: Das Interieur müsst ihr anbieten.
Was für uns Einrichtungshäuser sind, ist für Vögel die Wildnis. Moos, kleine Zweige, Brennnesselfasern, Laub, alte Staudenreste, etwas Matsch. Viele Arten starten inzwischen schon im Februar mit dem Nestbau. Und alles, was wir im Herbst gründlich entfernt haben, oder jetzt beim ersten Frühjahrsputz noch rausholen, fehlt.
... und dann greifen Vögel notgedrungen zu Plastikfäden, Verpackungsresten oder Meisenknödel-Netzen. Das macht Nester instabil und kann zu Verletzungen führen. Auch Haustierhaare sind problematisch – sie können einschneiden und sind häufig mit Zeckenmitteln belastet.
Besser: Lasst stattdessen liegen, was sowieso da ist:
Alle Vögel – und anderen Tiere – haben ihren eigenen Stil. Sie wissen sehr genau, was sie brauchen. Laub, Laub, nochmals Laub, alte Staudenstängel, Brennesselgestrüpp, all die kleinen Ästchen, die der Winter von den Bäumen gefegt hat, Disteln oder Moos. Manche nehmen auch gerne Kräuter, um Flöhe abzuhalten oder vielleicht auch einfach, weil es ihnen gefällt.
Auch auf dem Balkon funktioniert das. Eine kleine Ecke / Kiste mit natürlichem Material ist wertvoller als Heu, Stroh oder dekorative ausgelegte Alpaka-Wolle.
Auch dazu habe ich einen ausführlichen Blog-Beitrag für euch: |
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Habt ihr euch das schon mal gefragt: warum heißt es Dornröschen-Schloß?
Weil, so sieht der Kasten im Shop ja gar nicht aus.

Der Bauplan stammt ursprünglich aus meinem "Ideenbuch Vogelhäuschen", in dem es nur Selbstbauprojekte gibt. Und da wurde das "nackte" Häuschen schön verziert und sicher gemacht: mit Dornenranken und Rosen.

Allerdings, und ich habe da vollstes Verständnis dafür: Viele von euch wollen nicht so gerne handwerken und bauen, sondern lieber fertige Tierwohnungen kaufen. Also habe ich das Dornröschenschloss als als kleines Community-Projekt in Serie bauen lassen. Je nach Aufhängung, also ob die große Öffnung nach vorne zeigt oder die kleine, ist er für Nischenbrüter perfekt. Oder für Höhlenbrüter.
Einen der fertigen Kästen (oder einen beliebigen anderen Nistkasten) könnt ihr ganz leicht selbst "aufhübschen", und zwar so:
Nagelt an die Dachschrägen und mittig in die Vorderwand einen passend langen und dicken Ast, dann sieht es rustikaler aus.
Obendrauf und drumherum kommen Rosenstiele oder Brombeerranken, Weißdorn, Schlehe, alles was piekst und sticht. Darum heißt dieser Kasten Dornröschenschloss. Im Märchen kamen selbst Prinzen nicht durch. Hier bewirkt es, dass größere und kleinere Räuber nicht so leicht dran kommen, an Eier und Küken. Ob ordentlich arrangiert oder wild gekräuselt wie Stacheldraht ist Geschmackssache. Die Vögelchen müssen noch gut durchkommen - die anderen müssen draußen bleiben.

Aber: der aktuelle Bestand an Dornröschenschlössern ist gerade wieder ausverkauft. Die nächste Lieferung ist in Planung – und ihr könnt sie jetzt vorbestellen. Mit Geduldsrabatt, wie immer, denn es wird erst im Mai soweit sein. Aber: Wenn ihr darüber nachdenkt, dieses Jahr Nistkästen aufzuhängen – auf dem Balkon oder im Garten – dann ist jetzt ein guter Moment, euch einen Platz in dieser Runde zu sichern. So plant ihr entspannt voraus, geht nicht leer aus (und eure Vögel auch nicht) und ich kann die Stückzahl verlässlich kalkulieren. |
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Wildnistipp der Woche:
Viele von euch schreiben mir: „Nistkästen wären ja schön, aber bei uns gibts Katzen.“
Ich verstehe die Sorge. Katzen und auch Waschbären oder Marder, sogar Eichhörnchen sind immer interessiert an Vogelnestern.
Die Lösung ist nicht, auf Nistkästen zu verzichten, finde ich. Sondern für Schutz zu sorgen. Und zwar so:
• Kästen nie direkt über Zäunen, Schuppen oder dicken Ästen aufhängen, von denen aus die Raubtiere abspringen können.
• Glatte Stämme oder freie Pfosten sind ideal – möglichst ohne „Kletterhilfen“ in der Nähe.
• Um Pfosten oder Baumstämme kann man eine Metall- oder Kunststoffmanschette anbringen. Oder dornige Ranken, siehe oben
• Keine Sitzstange unter dem Einflugloch. Das haben viele Nistkästen, weil es so dekorativ aussieht. Für Vögel ist es überflüssig, für Räuber praktisch.
• Alle Bauteile fest verschrauben. Waschbären sind erstaunlich geschickt, irgendwelche Klappen oder Deckel aufzumachen.
Und auch Drumherum, außerhalb der Nistkästen sollten die Tiere Schutz finden. Dornige Sträucher wie Brombeere, Weißdorn oder Schlehe bieten Deckung. Dichtes Gestrüpp hilft den Altvögeln beim An- und Abflug. Wenn die Jungen flügge sind, finden sie sofort Schutz im Dickicht. In aufgeräumten, ordentlichen, gestutzten Gärten sind die Tiere leichte Beute – in Wildnisgärten können sie gut verschwinden. |
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Ich hatte euch für diesen Newsletter noch "Wildnisgärtnern für Einsteigerinnen" angekündigt. Das kommt in der nächsten Woche, damit es hier nicht zu lang wird. Die ersten Vögel checken schon die Lage, wo sie nisten können, deswegen war mir das Thema wichtig. |
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????Und sonst so?
… …. ist mein Buch „Patchwork-Gärtnern" eingereicht bei der Verleihung des Deutschen Gartenbuchpreises auf Schloss Dennenlohe. Die große Party steigt am 6. März und ich freue mich schon darauf, viele liebe Kolleginnen und Kollegen zu treffen und tolle Bücher in der Hand zu haben.
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Und zum Schluss: Vorfreude auf den Frühling. Komplett kompostierbare "Window Colours", nicht aus Kunststoff, sondern aus Algengelatine.

Noch viel mehr Ideen für ökologisch-preiswertes DIY in meinem EBook: DIY Natürlich Kreativ.
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???? Ganz zum Schluss
... wollte ich euch noch eines sagen: „Letzte Chance vor dem Schnittverbot!“ vielleicht lest und hört und seht ihr das auch gerade überall. Lasst euch davon nicht verrückt machen. Es stimmt nicht. Erstens: Hecken müssen – aus Sicht der Pflanzen – nicht regelmäßig und schon gar nicht rigoros geschnitten werden. Zweitens: Verboten sind ab März nur drastische Eingriffe wie komplettes Roden oder radikales „auf den Stock setzen“. Kleinere Pflegemaßnahmen sind weiterhin möglich. Der perfekte Zeitpunkt existiert ohnehin nicht. Am besten macht ihr immer nur das Nötigste und so wenig, so vorsichtig und so langsam wie möglich.
Bis nächste Woche,
Sigrid |
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