Wildnis-Tipp der Woche
Die Forsythien hatte ich schon erwähnt. Auch sie sind immer wieder ein Frühlingsthema. Das leuchtende Gelb ihrer Blüten ist nach den dunklen Wintermonaten optisch vielen sehr willkommen. Auch vielen Hummeln. Die neuen Königinnen sind schon früh im Jahr unterwegs und hoffen, an den Forsythiensträuchern ein reiches Nahrungsangebot zu finden. Leider ist das nur eine optische Täuschung. Forsythien, die ja auch keine Früchte bilden, haben keinen Pollen und keinen Nektar. Sie sind vor allem auf tolles Aussehen gezüchtet. Nur: Das wissen die Hummeln nicht, sie fliegen die signalfarbenen Blüten an, finden aber nichts. Nach dem langen Winter sind ihre Reserven aufgebraucht und sie sind dringend auf Nachschub angewiesen.
Oft werden dann die Forsythien gefällt, ersetzt; oder es zumindest empfohlen. Das geht nicht immer, zum Beispiel wegen der Eigentumsverhältnisse. Und wenn es große, alte, dichte Sträucher sind, würden auch viele Nist- und Versteckplätze verschwinden und bis etwas nachgewachsen ist, dauert es.
Dann empfiehlt sich ein Kompromiss: Freundinnen für die Forsythie. Damit neben den Showblüten auch was Nahrhaftes im Garten zu finden ist. Wichtig ist nur, dass diese neuen Pflanzen nicht auch wieder exotische oder extravagante Züchtungen sind. Auch für die Tierwelt gilt, dass der Bauer nicht frisst, was er nicht kennt. Besonders für Insekten.
Hierzulande häufiges Strauchwerk wie Weißdorn, Ebereschen oder Holunder ernährt Hunderte verschiedene Tierarten; auch Faulbaum ist empfehlenswert, Weißdorn, Felsenbirnen und wenn es unbedingt auch gelbe Blüten sein sollen: Dann Kornelkirschen. Daran können sich Insekten und deren Larven und Raupen dick fressen und dann zum Futter werden, für Vögel oder Igel. All diese tierfreundlichen Arten kommen auch gut mit unseren Böden und Klimabedingungen zurecht, sie müssen nicht ständig gepäppelt werden, brauchen kaum Winterschutz, wenig Dünger und wenig Wasser.
Alternativ und zusätzlich: Umgebt die Forsythie mit Frühblühern. Dann finden die Hummeln doch noch was, falls sie nach dem erfolglosen Absuchen der Blüten ermattet auf dem Boden liegen. Ideal sind mehrjährige Blumen, die jedes Jahr von alleine wiederkommen. Siehe oben :-)
Und genießt die Forsythie drinnen, so gut es geht. Schneidet frühzeitig und reichlich Zweige ab. Im Haus in der Vase blüht sie schnell im tollsten Gelb und wir haben von Februar bis zum Ende der Forsythienblüte den Frühling im Haus - aber die Blüten können keine hungrige Hummelkönigin mit falschen Versprechungen locken.
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