Gartentier des Jahres
Das Eichhörnchen ist gerade heißer Favorit auf den Titel Gartentier des Jahres der Sielmann-Stiftung. Zur Wahl stehen außerdem: Blaumeise, Blindschleiche, Zitronenfalter, Abendsegler und die Kugelspringer.
Und ja, die anderen Arten hätten es vielleicht nötiger, gewählt zu werden. Eichhörnchen leben (noch) gut in unserer Kulturlandschaft.
Ich gebe es zu: Ich drücke den Eichhörnchen die Daumen. Ich liebe Eichhörnchen und als es bei der Planung für mein Buch „Ein Garten voller Tiere“ darum ging, eine Hauptfigur zu wählen, da hätte ich auch Kugelspringer nehmen können. Oder Blindschleichen. Tigerschnegel, Grünspechte, Spitzmäuse… alles tolle, wichtige Tiere.
Aber: Es ist das Eichhörnchen geworden, denen wir in jedem Kapitel einen Extra-Platz gewidmet haben, einmal rund ums Gartenjahr.
Ja, klar, da hat auch das Marketing ein Wort mitgeredet: ein Kugelspringer oder eine Schnecke auf dem Cover hat nicht das gleiche Verkaufspotenzial wie ein flauschiges Eichhörnchen.
Und ich war auch aus anderen Gründen sehr damit einverstanden: ja, Eichhörnchen geht es noch gut. Noch. Aber auch für sie wird es immer enger: Alte Bäume und damit Kobel werden immer weniger, der Straßenverkehr immer noch dichter, Nüsse am Balkon reichen nicht als Futter und je ordentlicher Gärten und Parks von Laub, Moos und Co befreit werden, desto weniger Nistmaterial finden die Eichhörnchen.
Deswegen: Besser jetzt was tun für die Eichhörnchen, als sich wieder einmal wundern, wie denn so ein Allerweltstier auf einmal vom Aussterben bedroht sein kann. |