Wildnis-Tipp der Woche
Neben Giersch gibt es ja noch eine ganze Reihe anderer Pflanzen, die als „Unkraut“ gelten und dabei eigentlich kleine Superhelden des Gartens sind. „Unkraut“ ist oft klimafest, wertvoll für die Gartentierwelt, essbar und gesund – und es wächst ganz von alleine, ohne Dünger, Gewächshaus, tägliches Gießen und ohne ständig gegen Schnecken verteidigt werden zu müssen. Hier kommen ein paar Beispiele - inklusive Tipps, wenn sie ZU gut wachsen.
Brennnesseln versorgen fast alle im Garten, sind Raupenfutter, Vogelfutter und für uns Menschen ebenfalls lecker und vielseitig; zu viel davon wird einfach zu Mulch oder Pflanzenjauche.
Löwenzahn macht schon mit seiner Farbe gute Laune, liefert Pollen für Hummeln und Schmetterlinge, Schlafplätze für kleine Käfer und landet im Salat oder Bastelkorb.
Disteln sind die eigentlichen Königinnen der Blumen: wild, wunderschön, trockenheitsverträglich und voller Leben – mit Disteln lockt ihr die bunten Distelfinken in eure Gärten. Die fressen nicht nur die Samen, sie bauen mit Distelfasern auch ihre Nester.
Klettenlabkraut ernährt Raupen des Taubenschwänzchens, scjmeckt in Smoothies und hilft in Naturkosmetik gegen unreine Haut. Wo es nervt, einfach rausziehen. Es lässt sich wirklich leicht jäten.
Selbst die Quecke hat gute Seiten: Dieses Power-Weed stabilisiert lockere Böden, wird von Wühlmäusen geliebt (die dafür anderes liegen lassen) und die Wurzeln sind essbar. Mit Schatten durch Mulch, Mischkultur sowie Über- und Umpflanzen macht ihr Quecken das Leben schwer, denn sie mögen keinen Schatten.
Zaunwinde sieht aus wie gemalt und gezüchtet, ist aber eine richtig Wilde, die Schwebfliegen (deren Larven Blattläuse fressen) anlockt und schnell Zäune begrünt. Wenn ihr sie bremsen wollt, hilft konsequentes Kürzen der oberirdischen Triebe.
Wilder Hopfen liefert essbare junge Triebe, die ein bisschen wie Spargel schmecken, und die getrockneten Zapfen helfen im Stoffsäckchen beim Einschlafen.
Ackerschachtelhalm enthält viel Kieselsäure – Brühen oder Jauchen daraus stärken Pflanzen allgemein und machen Blätter härter, was Schnecken oft weniger mögen. Und wenn ihr weniger davon wollt, ist das Entfernen der Sporentriebe der beste Zeitpunkt zum Zugriff. |