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Der Mähfreie Mai ist zu Ende: wie ihr jetzt dadurch kommt, durchs Blumen- oder Gräsermeer. Warum es ein guter Grund ist, mit dem Wildnisgärtnern weiter zu machen und welche Gründe es noch dafür gibt. Und weshalb Gespinstmotten kein Grund zur Panik, sondern eher ein Grund zur Freude sind. Und Engerlinge auch. |
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Was ich gefunden habe:
Wenn ihr hier regelmäßig mitlest, wisst ihr, dass mein kleines Kellerlager sich geleert hat, die Gartenschläferhäuschen und Igel-Tunnel aus dem Crowdfunding sind wirklich fast alle weg.
(Wenn ihr noch welche möchtet: einige wenige gibt es noch hier.)
Ich räume gerade auf für die nächste und erstmal letzte Crowdfunding-Runde, die in wenigen Wochen hier ankommt: die Vogelhäuschen.
(Wenn ihr davon schon vorbestellen möchtet: bitte hier entlang.)
Jedenfalls: beim Aufräumen ist tatsächlich eine vergessene Kiste mit Gartenschläferhäuschen-Bausätzen aufgetaucht.

Ganz treue Leserinnen und Leser erinnern sich vielleicht noch an das allererste Crowdfunding, drei Jahre ist das schon her. Eigentlich waren sie alle weg - dachte ich. Zum Verlosen sind es zu viele, aber normal verkaufen möchte ich sie auch nicht.
Deshalb vergebe ich diese vergessen Bausätze gegen Versandkosten (10 Euro) plus Wildnis-Spende in eurem Ermessen.
Also: Wenn ihr eines - oder mehrere - der Bausätze adoptieren möchtet (Versandkosten bleiben gleich auch bei zwei oder drei), schreibt mir bitte bis bis zum Mittwoch-Abend, 3. Juni eine Mail an redaktion@krautundbuecher.de oder als Antwort auf diesen Newsletter.
Erzählt mir darin kurz, wo das/die Häuschen hängen oder stehen soll, für wen der Bausatz gedacht ist, ob ihr gerne werkelt ... und welche Wildnisspende ihr zusätzlich zu den Versandkosten geben möchtet. Ich liebe eure Geschichten, eigentlich mache ich diese Aktion fast nur deshalb. Und weil meine innere Buchhalterin nicht auf Restposten sitzen bleiben will.
Falls sich mehr Menschen melden als Bausätze da sind, suche ich anschließend die neuen Zuhause aus. Nicht danach, wer am schnellsten war, oder am meisten Geld „spendet“ sondern danach, wo ich das Gefühl habe: Da passt es wirklich hin.

Mehr Infos zum Gartenschläfer und was die kleine Tierchen außer Wohnraum sonst noch gerne wollen könnt ihr auf meiner Website im Blog lesen und zwar hier: "Ein Garten für den Gartenschläfer" |
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Wir machen weiter: Mit "Aufräumen" und Crowdfundings:
Nach den Gartenschläfer-Häuschen kam das Wildnis-Schild. Auch das sind jetzt schon wieder fast zwei Jahre. |
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Das Ende des Mähfreien Mai war vor zwei Jahren der Zeitpunkt, mein Wildnis-Schild ins Leben zu rufen. Auch das erstmal als Crowdfunding und der Idee, Schilder für wilde Gärten und Balkone zu entwerfen. Einfach, weil ich so satt hatte, dass Wildnis immer nur als „ungepflegt“, „verwildert“ oder „da müsste mal jemand ran“ wahrgenommen wird. Dabei wissen wir längst, dass genau solche wilden Gärten und wilden Ecken unglaublich wertvoll sind für die Artenvielfalt und ein ordentlicher Garten nicht nur des Igels Tod. Die guten alten Brombeeren am Zaun. Brennnesseln hinterm Schuppen. Disteln, wilde Säume, ungemähte Stellen, Pflasterfugen, Laubhaufen, Engerlinge, Blattläuse, Gespinstmotten (dazu weiter unten mehr).
All das ist Leben und für die Artenvielfalt wichtig und wird auf Social Media oder in Hochglanz-Zeitschriften behandelt wie Problemen.
Und ich höre so oft dieselben Geschichten, habe es selbst erlebt und erlebe es nach wie vor. Dass Nachbarn die Nase rümpfen. Dass Vermieter meckern oder einfach den Hausmeisterservice in den Vorgarten schicken. Dass in Kleingartenanlagen Abmahnungen verschickt werden. Dass Menschen ihren Garten ordentlicher halten als sie eigentlich wollen, einfach um keinen Ärger zu bekommen.
Genau das wollte und will ich ändern. Ich will, dass Wildnis sichtbar wird, als das was sie ist: Absicht, Artenvielfalt, die zeitgemäße Art zu gärtnern. Wildnis ist wichtig, Wildnis ist richtig, Wildnis ist in Ordnung.
Viele von euch haben mitgemacht, das Projekt ermöglicht, ein oder mehrere Wildnis-Schilder bekommen als Dankeschön für die Crowdfunding-Spende.
Danach habe ich entschieden, das war nicht das Ende, das war erst der Start.
Und so entstand daraus: ein Zertifizierungsverfahren mit Workbook, Fragebogen und Kriterien - gegen Gebühr. Weil viel Arbeit, Material, Kosten und Versand drin stecken; und weil ich es nicht einfach "verkaufen" will, sondern eure Wildnis kennenlernen, wenn schon nicht live, dann in Wort und Bild; sicher sein, dass das Schild nur da hängt, wo auch Wildnis drin ist.
Bevor ich mich weiter in meinem Lieblingsprojekt verliere: Schaut auf meiner Website im "Wildnisbereich", da findet ihr alle Informationen. |
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Das wiederum ist bald ein Jahr her.
Ich habe mittlerweile hunderte Workbooks gelesen. Hunderte Gärten kennengelernt, in Wort und Bild, große Gärten, kleine, alte, neue, teils auch Balkone und Gräber, Hinterhöfe, Schrebergärten, Hecken, Mini-Biotope. Ich genieße eure Geschichten und Fotos und viele schreiben mir, dass es schön ist, sich so mit dem eigenen Garten und Gärtnern zu beschäftigen. Mehrere hundert Schilder habe ich verschickt.
Es gibt eine Vorab-Checkliste, ob es klappen kann mit der Zertifizierung im eigenen Garten. Viele sind unsicher und ich verstehe es vollkommen, bevor man für etwas Geld bezahlt, soll es auch eine Erfolgschance haben. Die Checkliste ist für euch zur Selbsteinschätzung, ganz umsonst herunterzuladen - und enthält als Motivation einen kleinen Gutschein für die Kosten des Zertifizierungsverfahren.
Es gibt die Wildnis-Zertifizierung auch als Geschenkgutschein und einen Flyer, den ihr zum Beispiel im Kleingarten aufhängen könnt - für alle, die es auch haben wollen. |
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Und anlässlich des erneuten Jahrestages habe ich es jetzt mal, wie man so schön sagt, evaluiert.
Und folgende Pläne:
1) Was ich oft höre: Viele von euch wünschen sich mehr Informationen rund ums Wildnisgärtnern selbst. Mehr praktische Tipps. Mehr Hintergrundwissen. Mehr Einstiegshilfe. Im Workbook steht einiges, aber getrennt ist es sicherlich sinnvoll. Deshalb werde ich das Workbook zum Ausfüllen und Einreichen trennen vom Info-Teil. Das eine bekomme ich geschickt; das andere bleibt bei euch zum weiteren Wildnisgärtnern.
2) Ich möchte auf der Website gute Beispiele präsentieren, eure Einreichungen zeigen, für alle, die sich mit schönem inspirieren lassen. Das will ich schon lange, aber ich komme so selten dazu :-)
3) Das Schild. Damit bin ich und auch viele von euch nicht so recht zufrieden. Die bisherigen Schilder bestehen aus Acryl. Das war ursprünglich eine bewusste Entscheidung, weil sie leicht, vergleichsweise ressourcenschonend und gut und preiswert verschickbar sind. Ein klassisches Blechschild rostet draußen schnell, die üblichen Aluminiumverbundplatten wiederum sind schwerer, energieintensiver und deutlich teurer in der Herstellung und im Versand. Ich wollte möglichst wenig Material einsetzen und den ökologischen Fußabdruck klein halten.
Aber ich merke immer wieder: Vielen fehlt trotzdem dieses Gefühl eines „richtigen“ Schildes. Außerdem verblassen die bisherigen Varianten mit der Zeit, vor allem wenn die Sonne drauf knallt. Deshalb habe ich lange gesucht und ab Juli eine neue Variante geben.
Leider bedeutet das aber auch: teurer.
Im Moment kostet das Zertifizierungspaket noch 54 Euro. Wahrscheinlich lande ich künftig eher bei etwa 69 Euro.
Aber bis zum Jubiläum im Juli bleibt erstmal alles beim alten Preis. Denn ich weiß, dass viele von euch sich die Zertifizierung für den Sommer vorgenommen haben. Wenn der Garten schön aussieht oder man Urlaub hat oder Zeit findet, Fotos zu machen; ich möchte niemandem kommentarlos eine Preiserhöhung vor die Nase setzen.
Und, kleiner Tipp: es gibt kein Verfallsdatum für die Zertifizierung. Wer jetzt die Unterlagen bucht, hat alle Zeit der Welt, alles in Ruhe auszufüllen.
Und wenn ihr schon ein älteres Schild habt und ein Neues haben wollt: Ich tausche euch das Schild gegen die Versandkosten. Meldet euch gerne, ich sammle schonmal, schicke aber auch noch mal eine extra Rundmail dazu. |
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... und jetzt wird es scharf
„Schnitt-Schock“ – habt ihr das auch schon gelesen? Mir ist es auf Instagram begegnet, als Argument, dass der Mähfreie Mai sinnlos sei und sogar schlimmer als regelmässig mähen. Wegen des Schnittschocks im Juni – wenn dann wieder alles radikal abgemäht wird auf 3mm: Erst unschuldige Insekten anlocken mit Gräsern, Kräutern und Blümchen. Und dann plattmachen.
Das ist natürlich typisch polarisierend social media schwarz weiß. Weil so getan wird, als gäbe es nur zwei Möglichkeiten: Kruzrasen oder komplette Wildnis. Zum Glück ist die Realität vielseitiger und bunter. Und es gibt auch keine Pflicht oder einen Automatismus, am 1. Juni wieder alles kurz zu mähen. Ihr müsst überhaupt nichts mähen. Ihr müsst nicht alles auf einmal mähen, ihr könnt Wege anlegen, Bereiche stehen lassen, abschnittsweise arbeiten, höher mähen oder manche Ecken fast ganz in Ruhe lassen.
Im Blog findet hier gleich zwei Beiträge zum Thema
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Dennoch bleibt die Frage nicht nur ob, sondern WIE mähen. Auch wenn man nur teilweise ein bisschen, nach und nach mäht, ist die recht üppige Höhe an Gras und Blumen eine andere Sache als ein Rasen, der jeden man jeden Samstag auf einige Millimeter gekürzt wird. Kurz: Wie und womit kommt man da überhaupt durch?
Ich selbst habe lange Rasenkantenscheren genutzt, dann mal eine Sichel versucht und bin jetzt bei einer Akku-Hand-Rasenschere gelandet. Mein Garten ist nicht groß, besteht nur aus wenig Grünfläche und viel anderem, da ist immer mal ein halbes Stündchen ausreichend. Manches lasse ich ganz, manches kommt ganz weg, weil es mir zu doll ins Regenbeet wuchert.
So oder so arbeite ich per Hand und auf Sicht: Insekten, Spinnen, Grashüpfer, Käfer und andere kleine Tiere können flüchten, ich sehe ob ich gerade eine Woflspinnenmutti mit Baby-Kugel-Kokon durchs Gras hetze oder einen Molch aufgescheucht habe. Dann höre ich erstmal auf.
Wer große Flächen hat, kann es kaum mit der Hand bearbeiten. Dafür gibt es die Sense. Ich nutze sie selber nicht, aber mein lieber Kollege Jens Hagenberg auf seinem Blog einen wundervollen Beitrag dazu veröffentlicht, den ich euch sehr ans Herz lege.
Jens Hagenberg ist Natur- und Umweltpädagoge, vielfältig im Artenschutz engagiert und erfahren; er hat einen tollen Podcast "Das Grüne muss nach oben“, in dem er sich mit garten- natur- und umweltbegeisterten Menschenaustauscht. Und: er bloggt seit 2020 auf derhagenberg.de über seine Umgestaltung von einem konventionellen hin zu einem naturnahen Garten. Und ganz aktuelles Thema ist eben die Sense.
Ein kleiner Auszug gewünscht? Gerne.
"It makes Sense!
Der no-mow-may war dir zu kurz? Komm mit in den slow-mow-june!
Ein gepflegter Rasen wird durch vier Wochen Nicht-Mähen zwar nicht zum ökologischen Wunder, aber es lässt sich doch recht schnell erkennen, dass da noch was schlummert. Da will was ans Licht.
Was, wenn ich das Grün jetzt weiter ans Licht lassen möchte? Dann dürfte ich weiterhin nicht mähen. Aber wie lange funktioniert das dann? Irgendwann muss ich doch mähen? Aber durch 30 oder 40 Zentimeter hohes Gras kommt mein Rasenmäher nicht mehr durch!
Richtig! Die Lösung: Ich habe 2020 meinen Rasenmäher abgeschafft. Denn bei mir ist immer mähfreier Mai. Mähen ist die Ausnahme. Wenn ich mähe, dann wie schon seit Jahrhunderten: Mit der Sense. Oha, werden jetzt einige von euch denken, das muss man aber können: Die Sense führen, dieses schnelle Wetzen der Klinge mit einem Stein und dann das Dengeln! Das ist ja auch eine Wissenschaft für sich!
Ich sage: Jeder kann mit der Sense mähen, jeder kann wetzen und jeder kann dengeln. Man muss nur wissen wie und womit. Die Sense sollte in viel mehr Gärten zum Einsatz kommen und ein alltägliches Gartengerät werden.
Welche Sense brauche ich? Was kostet eine Sense? Wie dengelt man ohne jahrelange Übung? Wie senst man richtig und darf man überhaupt „sensen“ sagen?" |
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Was nicht empfehlenswert ist nach dem Mähfreien Mai:
Möglichst nicht mit Fadentrimmer, Freischneider, Motorsense oder Aufsitzmäher benutzen.
Ja, die sind nicht so anstrengend wie per Handbetrieb. Aber genau das ist das Problem: Es ist verführerisch einfach, den Garten bis in die letzte Ecke "ordentlich" leer zu machen. Bis in die letzte Rückzugsecke kleiner Tiere. Wer dabei nicht getötet wird, stirbt später. Das Dach über dem Kopf ist weg, das Futter vernichtet. Wie im Mittelalter, wenn eine Horde Raubritter das friedliche Dorf brandschatzte.
Außerdem verdichten Maschinen oft den Boden, gerade wenn es feucht ist. Das mögen viele Wildpflanzen überhaupt nicht. Und beim schneidigen Umkurven und rundherum Mähen von Bäumen und Sträuchern werden deren oberflächennahen Wurzeln verletzt, was Pilze und andere Krankheitskeimen leichtes Spiel macht, einzudringen. Bäume haben es ohnehin schwer, deswegen lasst den Bäumen einen "Busch" wachsen, statt sie kahlzurasieren.
Und: egal, ob und wann und wie, stellt den Mäher erstmal eher hoch ein. Nicht direkt alles auf drei Zentimeter runterrasieren, das schaffen viele Geräte ja ohnehin nicht.
Und: dass man wilde Wiesen nicht betreten darf, liegt oft daran, dass sie meist unter Naturschutz stehen, wenn sie in freier Natur noch vorkommen. Weil sie kaum noch in freier Natur vorkommen. Im eigenen Garten gilt das natürlich nicht. Sie sind nicht so kommod wie kurzer Rasen, zum Fußballspielen zum Beispiel. Aber die Wiese selbst stört das weniger. Besser stellenweise plattgetrampelt als gar nicht vorhanden. |
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Wildnis-Tipp der Woche:
Freut euch über Gespinstmotten und Engerlinge
Die tun nichts, die spinnen nur; und ernähren Igel. Das sage ich immer gerne über Gespinstmotten, die jetzt gerade teils komplett eingesponnene Sträucher im Garten oder im Park produzieren. Wie kleine Gespensterbüsche sehen die aus. Viele erschrecken sich erst einmal und denken an Krankheiten oder einen schlimmen Schädlingsbefall. Oder Eichenprozessionsspinner und nesselnde Raupenhaare.
Aber diese Gespinste gehören zu Gespinstmotten-Raupen.
Die Tiere bauen sich damit geschützte Kinderzimmer gegen Regen, Wind und Fressfeinde. Und ja: Sie können Sträucher ziemlich kahlfressen. Das ist aber meist kein Drama. Die Gehölze treiben nach kurzer Zeit wieder aus, wenn die Falter geschlüpft sind. Johannistrieb nennt man dieses uralte natürliche Phänomen.
Besonders liebe ich eingesponnene Pfaffenhütchen. Denn damit diese Sträucher sind fast ein ganzjähriges Rundum-sorglos-Buffet für die Artenvielfalt.
Im Frühjahr sitzen dort oft Blattläuse. Klingt erstmal nicht begeisternd, ist aber extrem wichtig. Blattläuse sind die erste große Eiweißquelle für viele hungrige Vogeleltern und ihre Jungen. Ohne Blattläuse gäbe es deutlich weniger Vogelnachwuchs. Und viele andere Arten ernähren sich ebenfalls von Honigtau und den Läusen selbst, direkt und indirekt.
Blattläuse sind das Plankton des Gartens, dazu könnt ihr mehr lesen auf meinem Blog in diesem Beitrag: Alles voller Blattläuse
Dann kommen die Blüten mit Pollen und Nektar für Insekten. Danach die Raupen der Gespinstmotten als fleischliche Nahrung für Schlupfwespen, Raubwanzen, Gartenschläfer; und wenn sich Raupen auf den Boden fallen lassen, dann freuen sich Spitzmäuse und Igel . Später flattern die kleinen Schmetterlinge los werden fliegendes Futter für Fledermäuse und Schwalben. Und im Herbst folgen die auffälligen Früchte, die viele Vögel lieben.
Dazu kommt: Pfaffenhütchen wachsen erstaunlich unkompliziert. Sie vertragen Schnitt, lassen sich in Form halten, passen auch in kleinere Gärten und kommen mit vielen Standorten klar. Für mich gehören sie deshalb zu den unterschätztesten Wildnis-Pflanzen überhaupt.

Ja, Pfaffenhütchen sind giftig. Genau wie viele klassische Gartenpflanzen übrigens auch, Kastanien zum Beispiel Trotzdem funktionieren sie in normalen Hausgärten meist problemlos und sicher.
Teils lassen sich auch Gespinstraupen auf Obstbäumen nieder. Meine Apfelbäume sind regelmäßig versponnen, sie tragen trotzdem ganz normal (zu viele) Äpfel. Allerdings: es sind große, alte, gut eingewachsene Bäume und sind auch noch niemals kahl gefressen worden. Sehr junge Bäume können tatsächlich schlapp machen, sie haben oft nur wenig Zweige und Blätter; und dann fällt die Photosynthese erstmal aus. Die würde ein bisschen unterstützten und die Gespinste absammeln. Am besten mechanisch und - klar - ohne Gift: Die Gespinste können ausgeschnitten, abgesammelt oder mit einem kräftigen Wasserstrahl heruntergespritzt werden, dann den Vögeln zum Fraß vorwerfen ...
Manchmal kann es auch sinnvoll sein - im Schrebergarten zum Beispiel - die Gespinste zu entfernen, einfach damit nicht gleich die große Aufregung entsteht bei Nachbarn und Vorstand.
Vom Busch in den Boden, kommen wir zu einem anderen "Ekelwesen" - zumindest erscheint es auf den ersten Blick so: die Engerlinge.

Wer buddelt, trifft Bodenbewohner. Oft Regenwürmer, aber auch eben Engerlinge. Ich bekomme regelmäßig Fragen dazu und besonders auf Social-Media hält sich die Ansicht: es seien Schädlinge. Sind es aber nicht. Sondern Käferkinder. Nachwuchs von Rosenkäfern, Nashornkäfern, Maikäfern. Oft werden die in zwei Sorten unterschieden, in Schädlinge und Nützlinge. Nützlinge sind Rosenkäfer und Nashornkäfer, die ernähren sich von Pflanzen- und Holzresten. Sie fressen nichts, was uns Menschen gehört: frische Wurzeln, firsche Blätter. Maikäfer mögen es eher knackig und frisch. Die sind dann „schädlich“; ernähren allerdings genau so Igel - als Käferkind im Boden - und später Vögel und auch Igel, wenn die Käfer geschlüpft sind. Die Frage ist ohnehin, wen wird wirklich erwischt. Manche können sie gut unterscheiden. Andere wissen noch nicht mal, dass man einen Unterschied machen kann. (Aber nicht sollte.) Dass ein englischer Rasen stellenweise abstirbt oder eine Kirschlorbeerhecke, weil „Engerlinge“ an den Wurzeln fressen, ist aus meiner Sicht eher Karma als ein Problem. Grundsätzlich: wenn Engerlinge haufenweise im Garten auftauchen, dann ist das eher ein Kompliment. Und ihr könnt euch auf viele tolle Käfer freuen.
Noch mehr über Käfer im Garten, wie ihr Käferkinder fördern könnt und warum das gegen Schnecken hilft, lest ihr im Blog in diesem Beitrag: "Käfer im Garten fördern"
Und BITTE: Engerlinge tun nichts und müssen nicht bekämpft werden. Wenn sie euch in die Hände fallen, im Garten, im Balkonkasten, im Kompost, einfach wieder zurücksetzen. Sie sind in wenigen Minuten wieder im Boden verschwunden. |
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????Und sonst so?
… der kleine Hinweis, dass ihr noch bis zum 31. Mai bei meiner lieben Kollegin und ihrer sehr empfehlenswerten Versandgärtnerei "Kräutergarten Urban" Kräuter mit Rabatt kaufen könnt: mit dem Code krautundbuecher5 bekommt ihr 5 Prozent Ermäßigung auf alle Kräuter, ob wild (Brennessel, Giersch oder Wegerich), klassisch (Schnittlauch, Liebstöckel, Beifuß etc.) oder besonders (Ananas-Salbei, Schokominze oder Gemüsemalve). |
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Und zum Schluss: Etwas mit Matschen, Malen, Spielen und Kreativsein - Pinsel aus Pflanzen, Farbe aus Erde. Viel Spaß.

Noch viel mehr Ideen für ökologisch-preiswertes DIY in meinem EBook: DIY Natürlich Kreativ.
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???? Ganz zum Schluss
Freue ich mich auf den Juni: dann gibt es wieder ein Buch des Monats und viel schönen Wildnis-Content. Alle Newsletter könnt ihr übrigens im Archiv nachlesen. Falls ihr noch nicht lange dabei seid, was verpasst habt oder nachlesen wollt. Viele Spaß beim Stöbern und Schmökern und bis nächste Woche,
Sigrid |
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