Wildnistipp der Woche:
Maulwurf im Garten?! Herzlichen Glückwunsch!
Maulwürfe im Garten sind nicht für alle in Grund zur Freude. Sollten es aber sein. Maulwürfe graben nicht gegen uns, sondern für uns: Ihre Gänge sind Drainage für den Boden und viel Wert gegen Überschwemmungen, wenn mal wieder ein sommerlicher Starkregen herunterrauscht. Sie sind ein Zeichen für ein gutes Bodenleben, denn sie graben ihre Gänge, um sich unterirdisch Regenwürmer, Engerlinge und Co in den Mund zu schaufeln. Und wenn man ein bisschen Pflanzerde braucht, kann man sich an den feinkrümelig gesiebten Hügeln bedienen.
Mehr über das Gute an Maulwürfen könnt ihr im passenden Blog-Beitrag weiterlesen.
Und für alle, die Maulwürfe so lieben wie ich oder mehr, kommen jetzt hier die wichtigsten Tipps, um ihnen das Leben und das Überleben ein wenig leichter zu machen. Was ein bisschen einfacher ist als für viele andere wilde Gartentiere. Und gleichzeitig schwieriger.
Denn: Maulwürfen können wir kein Futter hinstreuen, wir können ihnen keinen Nistkasten bauen oder sie packen und im Keller überwintern lassen wie Igel.
Maulwürfe machen ihr Ding alleine und dafür brauchen sie die Möglichkeit, das auch tun zu können.
Dafür brauchen sie Wildnis.
Futter ranschaffen: Im Herbst Stauden und alte Pflanzen stehen und liegen lassen. Darin und darunter und an den Wurzeln überwintern Insekten, die Maulwürfe fressen können. Sie machen keinen Winterschlaf und brauchen auch in der kalten Jahreszeit Futter. Auch Laub weitgehend liegen lassen: Eine Laubdecke isoliert, hält Wärme und Feuchtigkeit im Boden – und sorgt dafür, dass das Maulwurfs-Futter (Bodeninsekten) aktiv bleibt. Im Sommer die Grünflächen nicht zu kurz mähen. Je länger die Halme, desto reichhaltiger das Bodenleben. Desto weniger muss er auch graben – übrigens. Wenn bei jeder Pfotenbewegung die Engerlinge dem Maulwurf nur so ins Maul purzeln, ist er schneller fertig. Er gräbt, um zu jagen. Nicht um zu graben. Ein von Hügeln übersäter englischer Zierrasen ist auch ein bisschen Karma ????Außerdem: Käferkeller, Totholz, wilde Ecken – sie sorgen für reichlich Insektenlarven im Boden. Damit ist das Buffet für den Maulwurf gedeckt – und für viele andere Tiere gleich mit.
Arbeit erleichtern: Boden möglichst wenig betrampeln, befahren (nicht jede Woche mit dem Aufsitzmäher). Je weniger verdichtet, desto besser kann der Maulwurf graben. Und: Kompost, Mulch und kein schweres Gerät helfen allen Bodenbewohnern.
Im Sommer brauchen Maulwürfe Wasser: Wasser hinstellen können wir Maulwürfen nicht. Sie nehmen Flüssigkeit durch die Nahrung auf und sind in der feuchten Kühle der Unterwelt eigentlich gut versorgt. Aber: Bei Hitzeperioden, vor allem, wenn es eher nackte Gärten und Parks sind, trocknet der Boden aus, die Insekten verschwinden. Die Maulwürfe möchten sich dann ein neues Revier suchen, kommen ans Tagesglicht und sterben an Hitze und Dehydrierung. Feuchte, dicht bewachsene Stellen sorgen für einen guten Feuchtehaushalt im Boden und dass es den Maulwürfen gut geht, auch in heißen Sommern. Ideal zum Beispiel, wenn ihr ein Regenspeicherbeet im Garten habt. Oder die Stellen dann gießt, wo ein Maulwurf offensichtlich aufhält.
Winterhilfe für Maulwürfe: Keine Hügel mehr abernten. Die Löcher mit den Haufen dienen auch der Belüftung der Gänge, wenn beim plattmachen das System gestört wird, muss er neue graben. Im Winter kostet alles sehr viel Energie, bei gleichzeitig weniger Fressen. Das können wir dem Maulwurf ersparen.
Das Schöne daran: Mit so einem Garten helft ihr nicht nur dem Maulwurf. Auch Vögeln, Igeln, Kröten, Schmetterlingen und jede Menge anderer Arten.
Das sieht dann vielleicht ein bisschen wild aus, aber: Lieber dass die kleinen Maulwürfe sich freuen, dass sie in einem Wildnis-Garten leben dürfen, als dass ihnen nicht geholfen wird. Wenn ihr euren Maulwürfen auch so eine Auszeichnung schenken und euch für das Wildnis-Schild zertifizieren lassen wollt, dann schaut gern hier: Wildnis ist in Ordnung
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