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Warum Bäume und Sträucher untenrum nicht nackt sein wollen. Und welche Möglichkeiten es gibt, ihnen einen schönen Busch wachsen zu lassen. |
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Lasst euren Bäumen einen Busch stehen
Wenn Menschen einen Baum malen, sieht er meistens so aus: Stamm, Krone, fertig. Wenn Menschen einen Baum "pflegen", oft auch. Rund um den Stamm wird gemäht, gehackt, gejätet und freigeräumt. Die Baumscheibe soll möglichst "ordentlich" aussehen. Kein Gras, keine Kräuter, keine Stauden, keine herunterhängenden Äste, keine Triebe am Stamm.
In "freier Wildbahn" sehen Bäume eigentlich nie so aus. Rund um ihn herum wachsen Kräuter, Gräser, Stauden oder Sträucher. Altes Laub bleibt liegen. Viele Baumarten lassen ihre unteren Äste bis tief auf die Erde hängen oder treiben am Stamm neue Äste aus. All das hat den Effekt, dass der Boden geschützt ist vor Sonne, Hitze, Trockenheit, Wind und Starkregen. Nicht nur den Baum, sondern auch all die Tiere, die in diesem Dickicht wohnen können, von Schmetterlingsraupen bis zum Igel.
Ist die Baumscheibe immer kahl rasiert, der Stamm bis oben schön glatt gehalten - existiert das alles nicht.
Das ist schade und nicht gut. Und noch weniger gut ist, dass beim Mähen, Schneiden, Kappen, Stutzen der Baum auch direkt geschädigt wird. Mäher oder Freischneider können die oberflächennahen Wurzeln und die Rinde verletzen. Kleine Wunden vielleicht, aber es reicht, krankmachende Pilze und andere Keime eindringen können.
Unsere Bäume sind schon gestresst genug. Wir müssen sie nicht noch extra krankmachen.
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Das sieht dann manchmal vielleicht ein bisschen wild aus, ja. Dann hängt ein Wildnis-Schild dran. Dann wissen die anderen, dass es keine Schlamperei und kein Versehen ist, sondern volle Absicht. Für mehr Artenvielfalt.
Alle Infos zur Wildnis-Schild-Zertifizierung findet ihr hier.
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Ihr könnt die Baumscheiben allerdings auch "schön" bepflanzen. Aus Sicht der Bäume gerne mit selbständigen Pflanzen, so dass alles von alleine läuft und ihr nicht ständig buddeln, harken, graben, pflanzen müsst. Das mögen die Feinwurzeln auch nicht so gerne.
Baumscheiben gelten als Problemstandorte, aber das stimmt nicht wirklich. Allerdings ist jede Baumscheibe eine eigene Persönlichkeit - so wie jeder Baum auch.
Unter Laubbäumen läuft das Jahr ähnlich ab wie im Wald. Im Winter und zeitigen Frühjahr fällt viel Licht auf den Boden, weil die Bäume noch keine Blätter tragen. Erst später schließt sich das Blätterdach und spendet Schatten. Genau deshalb ist das ein perfekter Platz für viele Frühlingsblüher: Schneeglöckchen, Krokusse, Blausterne oder Buschwindröschen nutzen die sonnigen Wochen, bevor die Bäume austreiben.
Im Sommer übernehmen dann andere Pflanzen, schattenliebende wie Haselwurz, Dreiblattspiere oder verschiedene Farnarten kommen mit dem Schatten gut zurecht. An feuchteren Stellen passen Waldmeister, Farne oder Zimbelkraut.
Einen Patent-Pflanzplan gibt es nicht. Der beste Tipp: Schaut euren Baum an und schaut, was die Natur an ähnlichen Standorten macht. Und dann macht es nach.
Auch wenn es klappen kann mit den Wunschblumen; und dann auch unter einer "schwierigen" Eiche Akelei wächst und blüht. |
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Und was ist mit Straßenbäumen?
Auch dort können bepflanzte Baumscheiben helfen. Natürlich nur dort, wo es erlaubt ist und niemand behindert wird. Viele Städte freuen sich mittlerweile sogar über Patenschaften für Baumscheiben.
Straßenbäume haben es schwer, und was um sie herum an "Busch" wachsen soll: heißer Asphalt, Streusalz, Hunde-Pipi und Bodenverdichtung machen den Pflanzen das Leben schwerer; das halte nicht alle aus. Geeignet sind dort oft robuste Arten wie Storchschnabel, Glockenblumen, Nachtviole, Vergissmeinnicht, Lungenkraut, Fingerhut, Akelei oder verschiedene Lerchensporne. Und natürlich Brennesseln, Giersch, Disteln ... Unkraut vergeht nicht. Auch nicht im Straßenverkehr. |
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Buchtipp: Selbst ist die Pflanze - nicht nur im Garten, sondern auch rund um Bäume und unter Hecken und in anderen "problematischen" Ecken.

Überall wo es Bücher gibt und natürlich auch direkt bei mir in meinem kleinen Online-Shop. Dann auf Wunsch gerne mit Widmung. |
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... und was ist mit den Hecken?
Eine Hecke ist mehr als ein ganzer Garten, das ist ein Lieblingssatz von mir, wenn ich in Workshops oder sonst darüber rede, wie Garten naturnah und artenvielfältig gestaltet werden können. Eine gute Hecke, wohlgemerkt. Denn auch bei Hecken gibt es viele Unterschiede: Kirschlorbeer und Thuja sind zwar auch ein Zaun aus Pflanzen, aber dennoch eher tot und artenarm, oft noch mit viel Dünger, Pflanzenschutzmittel und Energie in Form von Heckenscheren am Leben und in Form gehalten, auch Eiben und Buchenhecken können deutlich wilder und besser werden. Eine gute Hecke Nahrungsnetzwerkern und Artenaktivistinnen besteht aus vielen verschiedenen artenvielfaltsfreundlichen Sträuchern und Büschen, so dass rund ums Jahr immer irgend etwas Blüten und Früchte bietet. Am besten noch ein bisschen Immergrün, damit es sich darin auch im Winter gut verstecken lässt. Und etwas mit Dornen und Stacheln - damit sich Vögel und andere kleinen Tiere vor größeren Räubern wie Mardern oder Eulen verstecken können; und vor Katzen auch.
Je diverser, desto besser. Eine solche Hecke ist dann weit mehr als eine Grenze um den Garten, es ist ein eigener Lebensraum für viele, viele Arten. Und: eine solche Hecke braucht untenrum einen Saum, dann ist sie perfekt.
Ein Saum aus Disteln, Brennnesseln, Brombeeren und vielen anderen Arten, die genau dafür da sind und ja auch oft von ganz alleine kommen. Auch Walderdbeeren, Maiglöckchen, Gräser, Storchschnabel, Frauenmantel, Schneeglöckchen, Blausternchen oder Winterlinge und Taubnesseln können hier wachsen, ebenso einjährige Gartenblumen wie Kornblumen, Mohn oder Ringelblumen. Oder verschiedene Zaungucker und Rankepflanzen, die charmant über die Hecke ragen, sich mit üppigen Blüten daran lehnen oder an und in ihnen entlangranken, zum Beispiel Alant, Hauhecheln, Wegwarte, der Große Wiesenknopf - oder Acker-Winde oder Zaunwinden, gewöhnlicher Hopfen, Waldreben oder die Zaunrübe. Auch wenn die nicht den allerbesten Ruf haben: Schön siehts aus und die Tierwelt freut sich an den Blüten und Blättern.
Wer auch immer den nackten Pflegestreifen entlang von Hecken erfunden hat und warum - die Natur war es nicht. |
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Wildnis-Tipp der Woche: Efeu
Efeu ist immergrün und wuchskräftig, Efeu kennen alle. Eine erwachsene Efeupflanze ist wie ein ganzer Kosmos für Vögel, Insekten und viele andere Tiere mehr. Und: Efeu ist toll, um Bäume zu umwachsen und Hecken zu unterwachsen - macht es ja auch oft von alleine. Ausführlich über Efeu lesen könnt ihr in diesem Blog-Beitrag: Wunderwelt Efeu.
Aber: Ist Efeu nicht das Todesurteil für die Bäume und sollte besser ferngehalten werden? Nein. Efeu schmarotzt nicht, erwürgt auch Bäume nicht, sondern benutzt sie lediglich als Kletterhilfe. Gesunde Bäume nehmen durch Efeu keinen Schaden. In Zeiten wie diesen allerdings, in denen auch immer mehr Bäume nicht wirklich fit sind, weil die Klimaerwärmung, Bodenversiegelung, Dürre und falsche Standorte und falsche Pflege (siehe oben) ihnen zu schaffen machen, kann man durchaus versuchen das Efeu im Zaum zu halten, um dem Hausbaum noch ein paar Jahre mehr zu schenken. Aufhalten wird der menschliche Eingriff das Ende des Baumes allerdings nicht. Die Rolle des Efeus als Sterbebegleiter von Bäumen ist aus Sicht der Natur auch gar nicht so traurig wie für uns Menschen. Ein alter, kranker Baum bekommt weniger und weniger Blätter. Dichtes Blattwerk ist aber für viele Tiere und vor allem Vögel ein wichtiger Lebensraum: hier bauen sie Nester, hier verstecken sie sich vor Räubern, ihr verbringen sie heiße Tage und die Nächte; nicht zuletzt finden sie hier auch jede Menge Futter. Denn wo Grün ist, sind auch Insekten. Ist das Efeu erstmal den Stamm hochgerankt, kann es mit seinen Blättern die licht gewordene grüne Baumkrone gut ersetzen.
Ein Nachteil von Efeu außerdem: er wuchert überall hin - und blüht erst nach vielen Jahren. Für alle, denen es zu lange dauert, bis ein Efeu blüht, oder die wenig Platz im Garten haben, ist sogenanntes Strauchefeu eine gute Alternative Das ist so etwas wie ein Ableger eines sich bereits im Blühalter befindlichen Exemplars. Strauchefeu rankt kaum und wächst auch nicht mehr sehr viel. Aber er blüht reichlich und das auch in einem Topf auf dem Balkon.
Strauch-Efeu könnt ihr euch selber ziehen, wie, das habe ich in einem kleinen PDF genau beschrieben, dass könnt ihr euch herunterladen und zwar: hier. |
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????Und sonst so?
... weise ich wie immer mal in unregelmäßigen Abständen auf das Newsletter-Archiv hin. Falls ihr noch nicht lange dabei seid oder Ausgaben nachlesen wollt - ohne sie in den Tiefen eures Mailpostfachs suchen zu müssen: klickt hier. |
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Und zum Schluss: eine blumige Beschäftigungsidee für den Nachwuchs: Blütentattoos

Noch viel mehr Ideen für ökologisch-preiswertes DIY in meinem EBook: DIY Natürlich Kreativ.
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???? Ganz zum Schluss
Nächste Woche ist schon wieder nächster Monat. Ich werde mir ein Wortspiel überlegen, dass sich an "Mähfreier Mai" und "Janz ohne Gießen -Juni" anschließt; und das nächste Buch des Monats aussuchen - und euch vorstellen. |
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