Warum Nistkästen so wichtig sind, auch im Winter; und warum Saubermachen eher unwichtig ist. |
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???? Nistkästen hat es nie genug. Auch nicht im Winter.
Letzte Woche, mitten im Schneesturm, habe ich auf Instagram über Nistkästen im Winter geschrieben. Das hat viele von euch sehr interessiert. Deshalb greife ich das Thema hier in den KrautundBücher-News noch einmal ausführlich auf, ich weiß, dass sich viele deswegen für den Newsletter angemeldet haben. Herzlich Willkommen an alle Neuen.
???? Wohnraummangel im Garten
Nistkästen sind kein Frühjahrs-Projekt. Und sie sind auch nicht nur für Vögel da. Natürliche Höhlen in alten Bäumen, Hecken mit richtigem Astgewirr oder Mauerritzen – das ist der eigentliche Wohnraum der wilden Gartentiere - gibt’s kaum noch. Gärten, Parks, Landschaft sind zu ordentlich, zu aufgeräumt. Bäume, die so alt sind, dass sie Höhlen haben werden gefällt, aus Sicherheitsgründen oder weil das Laub nervt. Bis neue nachgewachsen wären, dauert es Jahrzehnte.
Auf solche Verstecke sind nicht nur Vögel angewiesen – und die auch nicht nur zur Brutzeit. Auch Gartenschläfer und andere Bilche, Fledermäuse, Igel, Wiesel, Kröten und viele Insekten brauchen sichere, geschützte Orte.
Zum Schlafen. Zum Überwintern. Und um ihre Kinder großzuziehen. Um sich bei schlechtem Wetter - ob Schneesturm oder Sommergewitter - in Sicherheit zu bringen. |
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❄️ Nistkästen im Winter: bitte in Ruhe lassen
Und um den Schneesturm ging es letzte Woche, auf Instagram, und jetzt hier.
Nistkästen sollten im Winter niemals abgehängt werden.
Wenn es sehr kalt ist, wenn Schnee liegt und das Wetter schlecht ist, nutzen Vögel und andere Tiere diese künstlichen Höhlen, um sich in Sicherheit zu bringen. Um warm und trocken zu schlafen. Um Energie zu sparen. Auch wenn ihr es nicht unbedingt sieht: Sie sind da.
Wenn ihr jetzt einen Kasten abhängt oder sauber macht, so schön im Frost, oder anderweitig dran herumfummelt, fehlen genau diese Schlafplätze. Die Vögelchen fühlen sich abgeschreckt, vielleicht nur für zwei, drei Tage. Aber eine einzige klirrend kalte Nacht kann für einen kleinen Gartenvogel tödlich sein.
???? Reinigen oder nicht?
Um das Nicht-Reinigen von Nistkästen gibt es heiße Debatten.
Aus ornithologischer Sicht wird das Reinigen empfohlen – wegen Parasiten oder weil sich „das Nistmaterial sonst bis unter das Dach stapelt“.
Aus ökologischer Sicht empfehle ich es nicht. Wie gesagt, schon gar nicht mitten im Winter.
Erstens: Es gibt viele Beobachtungen, dass Vögel ihre Nester im Frühjahr selbst „aufräumen“: Sie entscheiden, was sie noch benutzen und was neu hineinkommt.
Zweitens: Wenn ein Nistkasten randvoll gestopft ist mit Moos und anderem, ist der erste Gedanke: das muss raus. Da passt doch kein Küken mehr rein. Aber: das dann überhaupt ein Vogel war, ist oft gar nicht so klar. Gartenschläfer zum Beispiel stopfen ihre Nester ganz bewusst randvoll.

Drittens: Wenn ihr jetzt im Winter reinigt, besteht die Gefahr, Winterschläfer wie die Gartenschläfer zu stören. Anklopfen bringt nichts – weil wach sind sie dann trotzdem und rausgeschmissen werden sie auch. Oder: wenn im Kasten Ohrkneifer, Kreuzspinnen, Florfliegen, Zitronenfalter überwintern, dann fegt ihr sie gleich mit raus mit dem alten Nistmaterial. Ohne es zu merken.
Wenn ihr euch wohler fühlt, wenn ihr die Nistkästen sauber macht: Dann macht das im September. Wenn die Bruten durch sind – und bevor die Winterschläfer einziehen.
Wenn euer Grund, keine Nistkästen aufzuhängen, der ist, dass ihr sie nicht reinigen könnt oder wollt, denn das ist ganz schön viel Arbeit, je nachdem wie hoch sie hängen: Dann lasst es mit dem Reinigen.
Wenn ihr euch Sorgen macht, die Vögel fänden dann im Frühjahr keine sauberen Kästen: Hängt einfach noch ein paar mehr auf.
Davon profitieren auch die Zugvögel, die im Frühjahr irgendwann wieder bei uns eintreffen. Die Standvögel – also die die hier bleiben fangen mittlerweile immer früher mit dem Brüten an, wegen des Klimawandels. Wenn dann die Zugvögel kommen, sind schon alle Plätze besetzt. Habt ihr mehr als genug Nistkästen, dann finden alle ihren Platz. |
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???? Besser ein Nistkasten bleibt leer, als das ein Tier leer ausgeht
Idealerweise habt ihr unterschiedliche Kästen: welche für Höhlenbrüter und Nischenbrüter, Kästen mit Einstiegsloch nach vorne oder zum Baum, Bretter, Halbhöhlen, groß und klein. Rotkehlchen oder Amseln lieben Nischen im Gebüsch, einen exponierten Kasten an der Hauswand wäre nix für sie. Spatzen mögen viele Kästen nebeneinander. Meisen sind revierorientiert. Fledermäuse brauchen eine freie Anflugschneise.
Also: Je mehr, desto besser.
Und nein: Es ist kein Problem, wenn einer leer bleibt (oder nicht zum Brüten genutzt wird). So denken vielleicht Wohnungsunternehmen – ökologisch ist das etwas ganz anderes. Wenn ein Kasten leer bleibt, ist kein Tier leer ausgegangen.
Welche Nistkästen wie aussehen sollten, wohin, wie rum und wie hoch sie aufgehängt werden sollten, welche Möglichkeiten der Aufhängung es gibt: das habe ich in einem kleinen EBooklet zusammengestellt, dass ihr euch – umsonst - herunterladen, speichern und ausdrucken könnt. |
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???? Wichtiges Thema: Nistmaterial
Schon Nistmaterial in Kästen zu legen, ist nett gemeint – aber eher nicht zu empfehlen. Je nachdem, wer einzieht, hat jedes Tier seinen eigenen Stil. Bilche mögen Moos. Manche Vögel mögen Kräuter. Stroh oder Heu nutzen Tiere in der Natur kaum.
Haustierhaare sind gefährlich, oft mit Medikamentenrückständen belastet und zu drahtig für die kleinen Tiere. Das kann zu Abschnürungen führen. Extra Wolle auszulegen ist gerade auf Instagram ein großer Trend. Auch das würde ich nicht im großen Stil machen; vor allem wenn ihr nicht wisst, ob die Wolle wirklich unbehandelt ist, rückstandsfrei und nicht vielleicht mit Acryl "versetzt".
Viel, viel wichtiger ist: natürliches Material im Garten verfügbar lassen. Laub und nochmals Laub, Reisig, Kräuter alte Brennnesselfasern und Distelgestrüpp, Moos, Federn, Grashalme ... Wildnisgärtnern halt :-)
Dann können sich alle Bewohner selbst aussuchen, was sie brauchen.
Das sieht wild aus, ja. Mehr zum Wildnisgärtnern könnt ihr auf meiner Website lesen und dort könnt ihr euch auch für mein Wildnis-Schild zertifizieren lassen, als Auszeichnung für Artenvielfalt. Damit die Nachbarn sich nicht beschweren, über das was ihr den Vögeln und anderen Tieren Gutes tut.
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????️???? Welche Nistkästen für wen – und woher ihr sie bekommt
Welche Nistkästen brauche ich eigentlich? Für wen? Selber bauen oder kaufen? Und woher bekomme ich gute, sinnvolle Lösungen? Unter anderem bei mir, die verschiedenen Möglichkeiten sind hier gesammelt – vom Selbermachen bis zu fertigen Kästen.
???? Selber bauen & verstehen: Wildnis zum Aufhängen
Wenn ihr gern selber baut oder tiefer verstehen wollt, warum ein Nistkasten so sein sollte, wie er ist, dann ist mein EBook „Wildnis zum Aufhängen – Das große Buch der selbstgemachten Tierwohnungen“ der richtige Einstieg.
Darin findet ihr viele Bauanleitungen: für Vogelkästen, Fledermaushäuser, Gartenschläferhäuschen, Igel-Tunnel, Käferkeller und Krötenunterkünfte. Mit Bildern, Maßen, Materiallisten und Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Und: Es geht nicht nur um das Wie und Wie hoch, sondern um das Warum. Warum Fledermäuse so unter Lichtverschmutzung leiden. Warum Gartenschläfer Moos lieben. Warum Igel wilde Gärten und freie Bahn viel dringender brauchen als ein schickes Häuschen. Und was all das mit Brombeerdickicht, Laub und Wildnis im Garten zu tun hat.
???????? Für Vögel im Fokus: "Ideenbuch Vogelhäuschen"
Wenn euer Schwerpunkt vor allem auf Vögeln liegt und ihr nicht nur Zweckbauten, sondern kreativen Wohnraum haben möchtet: dann ist mein Vogelhäuschen-Ideenbuch eine gute Idee. Dort geht es gezielt um unterschiedliche Vogelarten, ihre Ansprüche, passende Öffnungen, Platzierungen und darum, wie man Vogelwohnraum vielfältig, ungewöhnlich, kreativ, upcycling gestalten kann.

???? Für alle, die nicht so gern bauen: fertige Nistkästen
Nicht alle mögen oder können selbst bauen. Ich zum Beispiel. Deshalb gibt es in meinem kleinen Online-Shop einige fertige Nistkästen aus dem Crowdfunding.
ABER: es sind nicht mehr sooo viele.
???? Igelhäuschen: fast ausverkauft – nur noch 5 Stück, keine Nachproduktion. Wenn weg, dann weg.
???? Igeltunnel: noch ausreichend verfügbar. Wichtig, um Gärten durchlässig zu machen – nicht nur für Igel, sondern auch für Maulwürfe und Kröten.
???? Vogelnistkästen: aktuell etwa noch 25 Stück. Nachproduktion ist geplant, dauert aber (voraussichtlich bis Mai/Juni). Vorbestellen lohnt sich trotzdem, dann habt ihr (und eure Vögel) eure Nistkästen sicher.
????️ Gartenschläferhäuschen: noch da – sie eignen sich übrigens auch als Vogelkästen, für Meisen oder Spatzen, wenn ihr sie mit dem Loch nach vorne aufhängt.
???? Mauswiesel-Wohnungen: noch da, und ein Geheimtipp, für alle, die weniger Wühlmäuse im Garten möchten. |
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Das war viel - und deswegen mache ich den Rest jetzt kurz. Nur eine Sache noch: |
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???? Warum meine Kästen unbehandelt und aus rauem Holz sind - die Frage kommt häufig.
Das sind die Gründe:
Keine Lasuren, keine Farben, keine Holzschutzmittel. Keine Rückstände, die den winzigen, nackten Küken schaden könnten.
Das Holz ist absichtlich nicht glatt geschmirgelt, weil dann hat es besseren Grip. Beim Rausklettern zum Beispiel, wenn die Vögel noch nicht flügge sind. An lackiertem, glattem Holz rutschen sie einfach ab.
Klar, unbehandelt heißt auch: Die Kästen verwittern schneller. Aber genau das macht sie ökologisch wertvoll. Hornissen zum Beispiel schaben sich Material ab, um daraus ihre papierartigen Waben zu bauen. Und geschützt aufgehängt halten die Häuschen trotzdem viele Jahre.
Wenn ihr eure Häuschen ölen, anmalen, lackieren wollt, dann ist das aber auch völlig okay. Am besten mit natürlichen Ölen und nur außen. |
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????Und sonst so?
... habe ich mir meinen kleinen Finger im Schneesturm und Glatteis ordentlich verknackst und arbeite ein bisschen langsamer. Man braucht auch den kleinen Finger zu erstaunlich vielen Sachen. Alle vorbestellten Patchwork-Gärtnern-Bücher werden trotzdem signiert.
... ist in der kommenden Woche Tag des Eichhörnchens; dazu verlose ich auf Instagram zwei meiner Bücher „Ein Garten voller Tiere“ – mit ganz vielen tollen Eichhörnchenfotos und -infos. Natürlich gehts nicht nur um Eichhörnchen, sondern um alle Gartentiere. Schaut also gern auf Instagram vorbei. Oder antwortet einfach kurz auf diesen Newsletter, dass ihr mitmachen wollt. Und schon landet ihr im Lostopf ???? |
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Und zum Schluss: Mal was anderes als Brotdosen-Reste wegwerfen. Sondern: Kunst statt Biotonne.

Noch viel mehr Ideen für ökologisch-preiswertes DIY in meinem EBook: DIY Natürlich Kreativ.
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❄️ Ganz zum Schluss
Lasst den Garten in Ruhe, auch jetzt, wenn der Schnee weg ist und die ganze braune Laub- und Staudenmatsche zum Vorschein kommt. Die muss jetzt nicht weg. Das ist nach wie vor Winterschlafplatz für Insekten, außerdem Schneckenablenkfutter und das Nistmaterial für eure Gartenvögel. Auch Braun ist eine Farbe, das "gute Braun", so heißt ein Kapitel in meinem neuen Buch „Patchwork-Gärtnern“. In der nächsten Ausgabe stelle ich es euch ausführlich vor: meine Lieblingsseiten, die schöne Bilder, Auszüge ... als Buch des Monats. Das gibts dann ab sofort jeden Monat hier und außerdem monatlich den passende Patchwork-Gärtnern-Tipp.
Sigrid |
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