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Warum Spatzen mal als Schädlinge galten, diese Allerweltsart heute auch selten wird und wie wir ihnen helfen können; und warum auch Ratten nicht so schlimm sind wie es heißt. Außerdem: Käferliebe. |
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Habt ihr schon mal vom Spatzenkrieg gehört?
Der Haussperling, den wir alle einfach Spatz nennen, lebt schon sehr lange mit uns Menschen zusammen. Er ist ein typischer Kulturfolger. Das heißt: Er hat gelernt, in unserer Nähe zu leben, von unseren Häusern, Gärten und Feldern zu profitieren und sich an unsere Lebensweise anzupassen. Vielleicht deshalb taucht er so oft in Redensarten auf. Dreckspatz. Oder: Lieber der Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
Dabei hatte der kleine Vogel nicht immer ein gutes Image. Auch heute höre ich noch manchmal, wenn ich für viele, viele Nistkästen plädiere, den „Einwand“: dann kämen nur Spatzen. Aber so schlimm wie in den vorherigen Jahrhunderten ist es nicht mehr. Da beschloss etwa der chinesische Diktator Mao Tsetung, die Sperlinge in seinem Land auszurotten, er war der Meinung, sie würden seiner Bevölkerung das Getreide wegfressen. Alle mussten mithelfen: Nester wurden geplündert, Vögel erschlagen und erschossen. Bis kaum noch ein Spatz lebte. Auch bei uns soll es im 19. Jahrhundert eine sogenannte Spatzensteuer gegeben haben, abzuliefern in abgeschlagenen Spatzenköpfen. Auch die Nazis hassten Spatzen: es gab spezielle Spatzenfallen und ein extra Futterhaus namens Antispatz – spatzensicher, aber zugänglich für die „guten“ Singvögel.
Ich kann das immer kaum glauben, obwohl ich darüber auch in meinem Buch „Friede den Maulwürfen“ geschrieben habe.
Spatzen sind doch goldig. Und wie konnte man damals so blöd sein, zu denken, es hätte keine Nebenwirkungen?
Denn: Weil Spatzen auch viele Insekten fressen und weniger Getreide, breiteten sich Krabbeltiere unverhältnismäßig aus. Nirgendwo waren die Auswirkungen schlimmer als in China. Hier waren es besonders die Heuschrecken, die sich maximal vermehrten. Viele Millionen Chinesen sind damals verhungert. Als der Zusammenhang klar war, ließ man Spatzen aus der damaligen Sowjetunion importieren. Mittlerweile ist der Spatz auch in China wieder heimisch, aber selten.
Auch bei uns ist ausgerechnet dieser vermeintliche Allerweltsvogel vielerorts deutlich seltener geworden. |
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Spatzen: erstmal ein bisschen Nerd-Wissen
„Der“ Spatz zu sagen ist üblich, aber biologisch ungenau. Es gibt den Haussperling und den Feldsperling. Der Feldsperling hat einen schokoladenbraunen Kopf und einen schwarzen Punkt auf der weißen Wange. Beide Geschlechter sehen gleich aus. Er lebt eher in Dörfern, Obstgärten und an Feldrändern und ist verglichen mit dem Haussperling eher scheu. Der Haussperling lebt direkt bei uns in den Siedlungen als Kulturfolger. Das Männchen erkennt man gut an seinem grauen Scheitel und dem schwarzen Kehlfleck. Die Weibchen sind unauffälliger braun gefärbt.
Der Spatz ist nicht selbstverständlich
Der Haussperling ist zwar noch häufig, aber seine Bestände sind in vielen Regionen zurückgegangen.
Ein wichtiger Grund ist das Nahrungsangebot. Versiegelte Flächen, kurz gemähte Rasenflächen und sterile Gärten bieten kaum Samen, Kräuter und Insekten. Und ohne Insekten können Spatzen ihre Jungen nicht großziehen, das beste Futterhaus kann das nicht ausgleichen. Außerdem: Spatzen sind gesellig und immer in Trupps unterwegs, auch beim Fressen. Ein kleiner Schwarm Spatzen am Futterhäuschen ist für viele Greifvögel ein lohnendes Jagdziel.
Der zweite Grund, warum es immer weniger Spatzen gibt: Es gibt weniger Nistplätze.
Beim Nisten sind Spatzen eigentlich unkompliziert. Ein kleiner Hohlraum reicht ihnen. Früher waren das Ritzen im Dach, Löcher in Fachwerkhäusern oder Spalten hinter Dachziegeln. Moderne Gebäude sind oft perfekt gedämmt und glatt verputzt. All die kleinen Hohlräume verschwinden. Dichte wilde Hecken gibt es kaum noch, alles muss praktisch und ordentlich sein. Alte Sträucher, alte Bäume, auch die werden immer weniger.
Deshalb nehmen sie Nistkästen sehr gerne an. |
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Mein kleines Spatzengeschenk
Wichtig ist nur ein Detail: Spatzen wohnen am liebsten gemeinsam, sie brüten in kleinen Kolonien. Ein einzelner Kasten ist nett, aber mehrere nebeneinander sind viel netter.
Am 20. März ist Weltspatzentag. Ein eigenes Spatzenhaus habe ich nicht im Angebot, nur als Bauplan im Buch „Ideenbuch Vogelhäuschen“.

Aber auch mein „fix&fertig Vogelhäuschen“ aus dem Crowdfunding eignet sich, wenn ihr mehrere nebeneinander aufhängt. Deshalb gibt es die Dornröschenschlösser im Dreierpack deutlich günstiger – als Geschenk zum Weltspatzentag.
… kleines Problem dabei: der Schwung der letzten Sammelbestellung ist vergriffen. Ich habe so viele Menschen mit meinem Nistkastenfimmel angesteckt, das freut mich. Gleichzeitig ist meine Aktion zum Weltspatzentag damit ein bisschen … unpassend geplant.
Ich habe aber entschieden, das Spatzengeschenk trotzdem anzubieten. NOCH günstiger, mit Vorbestellrabatt. Denn die nächste Bestellung ist schon unterwegs und wird wohl im Mai eintreffen. Wenn ihr jetzt vorbestellt, reserviert ihr euch eure Kästen zum besonders günstigen Preis und helft gleichzeitig dabei, die nächste Serie zu finanzieren. Meine kleinen Naturprojekte funktionieren ein bisschen wie Crowdfunding. Passend zur zweiten und dritten Brut könnt ihr euren Garten dann spatzentauglich ausstaffieren. |
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Spatzen mögen es nicht geschniegelt und geschniegelt. Sie brauchen Struktur, Verstecke und ein bisschen wildes Durcheinander.
Dichte, pieksige Hecken sind ideal. Weißdorn, Schlehe, Liguster oder Heckenrosen bieten Schutz vor Feinden und gleichzeitig Nahrung. Auch Efeu oder Holunder werden gerne genutzt.
Dazu wünschen sie sich Stauden und Sträucher, die Insekten anziehen und Pflanzen mit leckeren Samen: zum Beispiel Disteln, Karden, Sonnenblumen oder Brennnesseln zum Beispiel.
Sehr beliebt sind auch Sandbäder. Spatzen wälzen sich gerne in trockenem Sand oder lockerer Erde, um Parasiten loszuwerden. Eine kleine Sandstelle im Garten wird oft sofort angenommen – und es macht total Spaß, die Spatzen zu beobachten.
Außerdem natürlich Wasser, ein Miniteich, feuchte Stellen oder eine Vogeltränke. Und ein bisschen Wildnis, damit sie genug Material finden, um in den Nistkästen auch ihr Nest zu bauen: sie nutzen gerne Nistkästen Grashalme, Federn und alte Pflanzenfasern. |
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Für die einen kaufen wir Futter und Nistkästen, für die anderen kaufen wir Gift?!
Spatzen waren mal Schädlinge. Das können wir uns heute kaum noch vorstellen. Aber: Ratten, das SIND Schädlinge. Zumindest ist das die allgemeine Meinung und ich werde wirklich oft gefragt, was denn zu tun sein, wenn Ratten im Garten auftauchen:
„Habe ich etwas falsch gemacht? Wird das jetzt ein riesiges Problem? Und muss ich etwas unternehmen?“
Die kurze Antwort: Nein.
Ratten gehören zu unserer Kulturlandschaft dazu. Wo Menschen leben, leben auch Ratten. Eine Ratte bedeutet nicht automatisch, dass euer Garten ein „Rattenparadies“ ist.
Der häufigste Grund für viele Ratten ist, dass unbemerkt oder auch unbeabsichtigt reichlich Futter im Angebot ist: Vogelfutter am Boden, Igelfutter über Nacht, offene Mülltonnen, Tierfutter in Ställen oder Kompost mit Brot, Käse oder anderen Küchenresten.
Wird das alles unterbunden (Wildtierfutter nachts reinholen, Mülltonnen sichern usw.), können sich Ratten schlecht vermehren und bleiben meist nur gelegentliche Besucher, auch wenn es zum Beispiel Totholzhaufen gibt.
Wichtig ist mir bei diesem Thema vor allem eines: kein Gift. Rodentizide treffen nicht nur Ratten, sondern auch Igel und Eichhörnchen. Und: Mauswiesel, Marder, Greifvögel, Füchse und viele andere Tiere – also genau die Arten, die eigentlich helfen würden, Ratten zu reduzieren.
Im Blog habe ich ein großes FAQ geschrieben, in dem ich viele Fragen beantworte: Wie gefährlich Ratten wirklich sind, woran man erkennt, ob sie sich angesiedelt haben (oder sind es nur Wühlmäuse) und was man tun kann, ohne anderen Tieren zu schaden. Sind Fallen eine bessere Lösung als Gift (nicht wirklich), ob das mit der explosionsartigen Vermehrung stimmt (nein), ob Kommunen euch verpflichten dürfen, etwas gegen Ratten zu tun oder Nachbarn, (teils ja) und wie ihr dann damit umgeht. |
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???? Wildnistipp der Woche
… ist speziell für alle, die wegen der Engerlinge und Käfer via Instagram hier in meinem Newsletter gelandet sind und generell für alle, die schöne Käfer lieben und weniger Schnecken im Garten haben wollen.
Denn: Käfer sind für unsere Gärten unglaublich wichtig. Sie bestäuben Blüten, zersetzen Totholz, helfen beim Humusaufbau – und einige Arten fressen eben sogar Schnecken oder deren Eier, Laufkäfer, Mistkäfer, Moderkäfer, Kurzflügler – und Glühwürmchen. Mehr Käfer im Garten bedeutet also oft auch weniger Schnecken. Damit sie sich ansiedeln können, brauchen sie vor allem ruhige Plätze für ihre Larven und viel Totholz. Eine einfache Möglichkeit dafür ist ein sogenannter Käferkeller – eine mit Holz und Mulch gefüllte Grube im Gartenboden. Darin wachsen über mehrere Jahre die Larven heran, fressen das Holz oder Schneckeneier, bis irgendwann ein fertiger Käfer durch den Garten brummt.
Wie ihr so einen Käferkeller anlegt, auch darüber gibt es einen ausführlichen Artikel auf meinem Blog. |
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Ein bisschen Totholz, ein bisschen Arbeit, fertig ist der Käferkeller. Lebensräume zu schaffen für unsere Wildtiere geht oft ziemlich einfach, mit wenig Aufwand, meist sogar mit Gartenabfällen. Davon handelt mein Buch „Haufenweise Lebensräume“. |
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Manchmal braucht es ein bisschen mehr Aufwand – wenn die Tiere Höhlen oder Nistkästen brauchen oder ein bisschen speziellere Ansprüche haben. Dehalb habe ich als Ergänzung ein EBook geschrieben. „Wildnis zum Aufhängen – das große Ebook der selbstgemachten Tierwohnungen“ zusammengestellt. Darin findet ihr Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Käferkeller, Nistkästen für Vögel, Igelhäuser, Fledermausquartiere, Sandarien für Wildbienen und viele andere kleine Bauprojekte. Viele davon lassen sich mit Restholz und einfachen Mitteln umsetzen. Gleichzeitig ladet ihr damit genau die Tiere ein, die im Garten helfen: Käfer gegen Schnecken, Mauswiesel gegen Wühlmäuse, Greifvögel gegen Ratten – und viele Vögel und Insekten, die den Garten lebendig machen.
Das EBook bekommt ihr direkt in meinem Shop als Sofort-Download. Ihr könnt also gleich loslesen und sofort anfangen zu bauen – für mehr Wildnis im Garten, weniger Ärger mit sogenannten „Schädlingen“ und oft auch deutlich weniger Arbeit. |
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????Und sonst so?
… war es im Winter etwas ruhiger mit den Einreichungen zum Wildnis-Schild. Auch wenn man da eigentlich Zeit hat, sich theoretisch mit dem Garten zu befassen :-) Jetzt wo das Gartenjahr so richtig losgeht, werde ich wieder überhäuft mit Einreichungen. Ich freue mich darüber. Auch wenn es ein bisschen länger dauert mit der Bearbeitung: alle bekommen ihre Rückmeldung, alle bekommen ihr Schild. |
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Und zum Schluss: Eier mit Pflanzenfarben gefärbt. Es ist ja bald Ostern ...

Noch viel mehr Ideen für ökologisch-preiswertes DIY in meinem EBook: DIY Natürlich Kreativ.
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???? Ganz zum Schluss
Der Frühling ist da und bald werden die ersten Igel aufstehen. Darum geht’s nächste Woche: Freie Bahn für Igel. Und für Kröten und Maulwürfe auch.
Sigrid |
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