Warum unser Wissen über Biodiversität und Zusammenhänge im Garten ungefähr auf dem Stand ist wie das astronomische Wissen damals zu Zeiten von Kopernikus und Galilei. Warum das ein Problem ist - und Wildnisgärtern die Lösung. |
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???? Mein Buch des Monats: "Nahrungsnetze für Artenvielfalt"
Wie angekündigt bekommt ihr heute Einblicke in mein Buch "Nahrungsnetze für Artenvielfalt": Bilder, meine Lieblingsstellen, einige Auszüge zum Lesen. Beim Schreiben wusste ich es noch nicht, aber es ist irgendwie das Grundlagenbuch geworden für mein Lieblingsthema "Wildnisgärtnern".
Ich hatte sehr viel Freude beim Schreiben, weil ich Geschichten erzählten durfte. Die Einleitungs-Geschichte lest ihr hier:
"Wölfe fressen Blumen – und Blumen Wölfe
Die Geschichte handelt zunächst von einem kleinen Gänseblümchen, wie es mitten auf der Wiese und fast rund ums Jahr überall wächst. Im direkten Sinne frisst es natürlich nichts, schon gar keine Wölfe. Blumen ernähren sich von Sonnenlicht und von Wasser, das von allen Seiten kommt, daraus stellen sie Energie her, das nennt man Fotosynthese. So können sie wachsen, Stängel, Wurzeln, Blüten und Blätter bilden. Sie produzieren Biomasse, Futter für andere Arten – weshalb Pflanzen auch »Produzenten« genannt werden.
Blumen sind aber nun kein passendes Fressen für Wölfe. Blumen sind Nahrung für Bienen, Käfer, Schmetterlingsraupen. Diese essen die Pollen, trinken den Nektar, knabbern an den Blättern. Sie konsumieren einen Teil von dem, was die Pflanzen produziert haben. Auch Hasen und Rehe fressen an dem Grün und den Blüten. Ganz schön viel übrigens, zwei bis vier Kilogramm Grünzeug am Tag konsumiert ein durchschnittliches Reh: ausgewählte Knospen, Triebe und Blätter, mit dem feinen Mäulchen säuberlich abgeknabbert. Deshalb heißen solche Pflanzenfresser auch »Konsumenten«. Aber auch sie produzieren ja etwas: Biomasse. Sie sind also auch Produzenten, genau wie Raupen, die durchs Fressen und Fressen immer größer und dicker werden. Sind die Raupen schön fett geworden, schnappt sie sich ein Vogel und stopft sie sich oder seinen Küken in den Schnabel. Er konsumiert sie. Natürlich nicht alle, einige überleben, verpuppen sich und werden dann zum Schmetterling. Und werden erst dann gefressen. Vögel, Spinnen, Ameisen, auch Frösche und Kröten, Eidechsen oder Spitzmäuse fressen – konsumieren – gerne Insekten; sie sind also auch Konsumenten. Aber nicht direkt Konsumenten der Pflanzen, der Produzenten, sondern über den Umweg eines anderen Konsumenten. Deswegen sind zum Beispiel Raupen Primärkonsumenten und Spinnen Sekundärkonsumenten. Ein Fleischfresser, der sich von anderen Fleischfressern – und nicht von Pflanzenfressern – ernährt, heißt dann schon »Tertiärkonsument«. Wer Latein in der Schule hatte, darf sich freuen, es nochmal zu etwas gebrauchen zu können, und kann dann weiter zählen.
Wir anderen kehren jetzt zur Geschichte vom Wolf und den Gänseblümchen zurück. Denn eine Sorte fehlt noch, die Allesfresser, auch »Omnivoren« genannt: Viele Vögel fressen Raupen und Beeren, also Insekten und Pflanzen, auch Wildschweine sind zum Beispiel Allesfresser. Sie ernähren sich von Eicheln, Bucheckern, Wurzeln, Pilzen, Früchten, Kräutern, Gräsern, aber auch von Würmern, Engerlingen, Schnecken oder Aas. In Stadtgebieten suchen sie in Abfalltonnen nach Nahrungsresten, fressen Gartenabfälle oder durchwühlen Komposthaufen.
Auch Füchse sind Allesfresser, eigentlich zwar auch Raubtiere, Beutegreifer oder – noch ein Fachbegriff – »Prädatoren«. So wie der Wolf. Aber Füchse fressen Mäuse, Kaninchen und Vögel nur, wenn sie Jagdglück haben, sonst eben auch Heuschrecken oder Raupen, Beeren und Früchte.
Wölfe fressen keine Beeren und Früchte, auch keine Insekten, Vögel oder Frösche. So viel Kleinvieh zu fangen, um satt zu werden, ist lästig. Der Wolf frisst lieber einen fetten Frischling, ein Reh oder allerliebsten Hasen, die sich mit Kräutern und Blättchen, Knospen und Blüten fett gefressen haben. In all diesen Tieren stecken viele Nährstoffe und viel Energie, angereichert aus dem, was ursprünglich mal die Pflanzen produziert haben. So bekommt der Wolf den Bauch voll, so frisst auch der Wolf am Ende die Blumen.
Den Wolf frisst keiner mehr, er ist der Endkonsument, auch »Top-Prädator« oder »Alpha-Prädator« genannt. Der letzte in der Reihe. Natürliche Fressfeinde hat ein Tier vom Kaliber eines Wolfes nicht, außer Parasiten und Krankheiten, die auf oder in ihm leben und an seinen Eingeweiden und seinem Blut saugen, ihn schwächen und töten.
Gefressen wird der Wolf irgendwann trotzdem. Nämlich dann, wenn er vom Leben auf der Jagd und im Wald alt und müde geworden ist, sich hinlegt und stirbt. Dann schwärmen Tiere aus, große Aasfresser, Rabenvögel, Adler und natürlich theoretisch, wenn es sie hier gäbe, Geier. Sie teilen den Körper des Wolfes unter sich auf. Manche fressen das Fleisch, andere das Fett, nagen an den Knochen. Auch sein Fell und alles, was sonst von ihm übrig bleibt, werden von all den Tierchen und Mikroben, die auf und in der Erde leben, weiterverarbeitet.
Diese Arten nennt man in der Fachsprache »Destruenten«, was erst mal destruktiv klingt, aber daher kommt, dass sie den Wolf, in ihre Einzelteile zerlegen. Man könnte sie auch Verteiler nennen oder Recycler.
Solche Destruenten gibt es auch für Laub und Nussschalen, für Holz und überreife Früchte. Auch Pflanzen sterben ja, nicht alle und alles an ihnen wird von einem Pflanzenfresser verspeist.
Auch aus dem Wolf holt die Destruenten-Gemeinschaft an Nährstoffen heraus, was der sich über den Frischling (und der über Raupen und Eicheln) und Hasen (und die über Kräuter, Zweiglein und Blätter) einverleibt hat. Das stellen sie dann den Bäumen und Blumen wieder zur Verfügung. Denn ganz ausschließlich von Licht und Liebe leben auch Pflanzen nicht. Sie brauchen auch ein paar Nährstoffe und die bekommen sie auf diese Weise. Und so fressen am Ende die Blumen den Wolf."
Diese Geschichte ist natürlich nur ein ganz vereinfachtes Modell. Wenn wir einen Stift nehmen und all die Tiere und Pflanzen, die in derGeschichte mit dem Wolf vorkommen, aufzeichnen und Pfeile ergänzen, um zu zeigen, wer wen frisst, und dann zu jedem Lebewesen noch alle anderen hinzufügen, die es frisst und von denen es gefressen wird, plus alle, die sich der Verdauungsprodukte und anderen Hinterlassenschaften annehmen, wird es ganz schön kompliziert. Nehmen wir noch Ameisen und Eichhörnchen, Eulen und Fledermäuse, Baumpilze und Borkenkäfer, Schwebfliegen und Bärtierchen, die ja auch alle im Lebensraum von Wolf und Gänseblümchen vorkommen, oder Waldmeister und Buschwindröschen, Buchen und Blaubeersträucher dazu … dann wird es noch komplizierter.
Ein ganz schönes Durcheinander, das es aber in Wahrheit gar nicht ist. Das ist Biodiversität, ein bis ins allerkleinste aufeinander eingespieltes und ineinandergreifendes großes Ganzes.
Nur: es durchschaut niemand.
"Unser Wissen über Nahrungsnetze und Biodiversität ist vielleicht in etwa auf dem Stand, wie die Menschheit astronomisch zu den Zeiten von Kopernikus und Galilei dachte: Die Erde ist eine Scheibe und der Mittelpunkt des Universums. Der gesunde Menschenverstand hatte keinen Grund zu der Annahme, es könnte anders sein. Die Vorstellung, auf einer sich rasend schnell drehenden Stein-Feuer-Kugel zu wohnen, die sich mit Tausenden und Millionen anderen in einer ewigen Weite bewegt, ist mit dem Verstand auch tatsächlich heute noch schlecht zu fassen. Wir wissen es einfach, weil die Wissenschaft es bewiesen, erklärt und dargestellt hat und Astronauten Fotos gemacht haben. Und wir lächeln über die naiven Menschen, die damals stur ans Falsche weiterglaubten und dachten, der Himmel könnte ihnen auf den Kopf fallen. In einigen hundert Jahren wird die Menschheit vielleicht über uns lächeln, über das, was unser gesunder Menschenverstand und unsere beschränkten technischen Möglichkeiten uns vermittelt haben: Der Mensch ist die Krone der Schöpfung und der Mittelpunkt des Universums der Natur.
Ein gutes Beispiel wohin das führt sind die Blattläuse: Blattläuse saugen an Pflanzen. Der Mensch will seine Pflanzen lieber ohne Läuse haben. Also sind Blattläuse eklig und schädlich – und müssen weg. Gift nehmen nur die wirklich Unbelehrbaren, man weiß mittlerweile, das schädigt auch die Bienen. Aber weg müssen die Läuse schon, also werden sie abgewischt oder mit Öl und Seifenlauge erstickt. Noch aufgeklärtere Zeitgenossen wissen, dass es auch hilft, Marienkäfer, Florfliegen und andere Blattlausfresser in den Garten einzuladen, sodass diese »Nützlinge« die »Schädlinge« bekämpfen. Aber immer ist der gärtnernde Mensch der Mittelpunkt seines Gartenuniversums, in dem er sich um die bestmögliche Art der Blattlausvernichtung kümmert. Anthropozentrisch sozusagen. Ökozentrisch gesehen sind Blattläuse und ihre Eier das Fressen vieler Tiere. Und wer Blattläuse vernichtet, nimmt allen anderen ihre Nahrungsgrundlage weg. Jede bekämpfte Blattlaus ist ein fehlender Faden im gigantischen Nahrungsnetzwerk. |
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Das war ein langes Kapitel :-) Im Buch geht es jetzt weiter, ab nach draußen einmal quer durch den Garten und unsere Umwelt: Hecken, Wiese, Bäume, Mauern, Blumenbeete, Komposthaufen. |
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Ein Kapitel zeige ich euch noch genauer, weil es mir besonders am Herzen liegt und ich oft besonders viele Fragen dazu bekomme: Die Wiese. |
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In diesem Kapitel geht es um einen kleinen Schmetterling.
"... um einen Bläuling und wahrscheinlich können ihn nur Schmetterlingsexperten von den andern vielen Bläulingsarten unterscheiden, die es in Deutschland gibt, insgesamt weltweit sind es mehrere Tausend. Unser Bläuling hier trägt den Namen Ameisen-Wiesenknopf-Bläuling; und damit ist auch schon gesagt, was er zum Leben und Überleben braucht: Ameisen. Und Wiesenknöpfe. Das sind auf hohen Stängeln kugelig rot blühende Blumen. Kurz bevor sich der Blütenkopf öffnet, kommt eine Bläulingsfrau und legt ihre Eier hinein. Sind die Räupchen geschlüpft, fressen sie sich in der Blüte dick, bis sie sich irgendwann schwer zu Boden fallen lassen und dort darauf warten, dass Ameisen vorbeikommen. Am liebsten Knotenameisen, die auf Wiesen häufig sind. Eigentlich würden die Ameisen die Raupen fressen. Damit sie es nicht tun, verkleiden sich die Bläulingskinder – per chemischem Duftstoff – als Ameisenbabys und lassen sich in den Bau tragen. Dort bleiben sie den ganzen Winter, es ist schön warm und es gibt jede Menge zu fressen: die Ziehgeschwister nämlich. Bevor die Ameisen etwas merken, ist der Frühling da, die Raupen verpuppen sich und fliegen als Falter davon. Auf den nächsten Wiesenknopf, um sich mit dessen Nektar zu stärken und um sich dort mit einem anderen Bläuling zu paaren. So und ähnlich sind viele Insektenarten an eine bestimmte Pflanze gebunden. Es gibt den Magerwiesenmargeriten-Kleinrüssler, der auf der Magerwiesen-Margerite lebt, oder die Schenkelbienen, die auf das Öl und die Pollen des Gilbweiderichs angewiesen sind, und auch der Allerwelts-Rotklee hat Tierchen, die ihn und nur ihn brauchen." |
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Und das ist nur ein Ausschnitt. Wenn wir genauer hinschauen, sind es nicht nur die auffälligen Wildblumen, die zählen – sondern auch das „olle“ Gras. Gerade wir als Wildbienen- und Wildblumenfans übersehen das leicht oder finden es eher lästig und denken: kann weg.
Aber eine Wiese ist wie eine Babuschka: Schicht für Schicht öffnet sich eine neue Welt, in einem braunen Büschel überwintern kleine Kröten, in jedem Halm leben, lieben, schlafen unzählige winzige Insekten, die wir kaum wahrnehmen. Vor allem, wenn die Halme mehr als ein Jahr stehen bleiben dürfen, entsteht ein ganz eigenes Universum: Grasfliegen, Gallmücken, Mini-Raupen, Käferlarven, Schlupfwespen – Arten, von denen viele nicht einmal einen gebräuchlichen deutschen Namen haben. Und die trotzdem eine wichtige Rolle spielen.
Und: die Halme sind nicht nur Wohnraum, sondern auch Baumaterial. Vögel nutzen es für ihre Nester – Wiesenvögel wie Kiebitz und Lerche, denen es ohnehin nicht gut geht. Und auch Zwergmäuse bauen daraus ihre kunstvollen Kugelnester.
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Von all diesen feinen Verbindungen gibt es überall hunderte, tausende, abertausende. Im Boden. In der Rinde eines alten Baumes. In einem Totholzhaufen. In der Hecke. Man kann das nicht alles aufschreiben. Und schon gar nicht in Gartenregeln pressen.
Außer vielleicht in eine einzige: So wenig wie möglich machen. Nur so viel wie nötig. Und ansonsten möglichst viel stehen und liegen lassen.
Damit die Natur die Dinge selbst regeln kann. Damit all diese Verbindungen ineinandergreifen – so, wie sie es seit sehr langer Zeit tun. Oder zumindest die Chance dazu haben. Denn jedes Mal, wenn wir eingreifen, greifen wir auch in diese Zusammenhänge ein. Oft, ohne es zu merken. Und machen mehr kaputt, als wir eigentlich wollten.
Genau an diesem Punkt bin ich beim Schreiben dieses Buches gelandet. Ich habe mich so intensiv damit beschäftigt, wie alles miteinander verbunden ist: Pflanzen, Insekten, Bodenleben, Tiere. Und festgestellt, das vieles davon im Gartenalltag und in den üblichen Regeln gar nicht auftaucht.
- Dass Blattläuse so etwas wie das Plankton des Gartens sind.
- Dass Glühwürmchen Schnecken brauchen, um zu leuchten.
- Dass Wiesenschmetterlinge von Ameisen großgezogen werden.
So ist mein Wildnisgärtnern entstanden: Nicht als neue Methode. Sondern als Perspektivwechsel: Zusammenhänge in Ruhe arbeiten lassen. Es geht gar nicht darum, einzelne „Probleme“ zu lösen oder gezielt Lebensräume zu bauen.
Natürlich heißt das nicht, dass man gar nichts mehr tut. Im Gegenteil – im Buch gibt es zu jedem Kapitel kleine Biodiversitätstipps, die genau das unterstützen. |
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Warum ich das so wichtig finde? Weil es ums Überleben geht. Um unseres, und um das aller anderen Arten auch. Dazu noch ein letztes Kapitel aus dem Buch:
"Seit rund 500 Millionen Jahren gibt es schätzungsweise höheres Leben auf der Erde, also mehr als nur Bakterien und Pilze. Die meisten Arten tummelten sich im Meer, das warm wie Ursuppe war. Dann muss es sehr schnell sehr kalt geworden sein, Wasser wurde zu Eis, die Meeresspiegel sanken. Die meisten Arten haben das nur als Fossilien überlebt. Als es wieder wirtlicher wurde, entstanden neue Arten, die sich sogar aufs Land wagten: Pflanzen vor allem, die mit ihrer neuen Erfindung – der Fotosynthese – in der kohlenstoffhaltigen Atmosphäre wuchsen und Sauerstoff produzierten, was noch mehr Arten entstehen ließ. Das Meer war out und viele Arten starben dort. Vor 250 Millionen Jahren dann der nächste Einbruch bei den Landbewohnern. Jetzt kamen die ersten Saurier, waren aber nur eine Randerscheinung, inmitten von anderen Tieren und vor allem Pflanzen. Vulkanausbrüche und ein dramatisch sinkender Meeresspiegel brachten dann vielen Arten erneut das Ende. Dann brach die große Zeit der Dinosaurier an – bis ein Meteoriteneinschlag den Himmel verdunkelt haben soll und die Erde abkühlte, sodass die riesigen wechselwarmen Tiere einfach nicht mehr auf Betriebstemperatur kamen und ausstarben. Die genauen Hintergründe sind nur soweit bekannt, wie sich durch Fossilien und Forschungsarbeiten Belege dafür finden. Ob wir in einem sechsten großen Artensterben stecken, wer weiß? Umso wichtiger ist es, dass möglichst viele Arten weiterhin existieren und versuchen können, sich an die neue Dynamik anzupassen. Weil wir keine Ahnung haben, welche das genau sein könnten, sollten wir versuchen, sorgsam mit allen, allen, allen Arten umzugehen; egal, ob sie uns gefallen, als Nützlinge oder als Schädlinge gelten, lecker schmecken oder einfach lästig und bei Bauvorhaben im Weg sind.
Zu Zeiten der Dinosaurier gab es schon Säugetiere, unscheinbar und als Randerscheinungen. Nach der Katastrophe waren sie die Spezies, die gut in die neue Zeit und in die neue Welt passten. Wer weiß, hätte es damals schon Menschen gegeben, hätten sie vielleicht eher T-Rex und Brontosaurus in den Zoo gesteckt und für sie Schutzgebiete ausgewiesen, die kleinen Felltiere aber bekämpft, damit sie den Dinos nicht in die Quere kämen. Das Sterben der Saurier hätte das nicht aufgehalten, aber die Ausbreitung der Säugetiere vielleicht verhindert. Das wäre doch sehr schade gewesen." |
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Wenn ihr jetzt Lust habt auf mehr: Das Buch "Nahrungsnetze für Artenvielfalt" gibts überall wo es Bücher gibt. Und: auch in meinem kleinen Online-Shop, dann auf Wunsch wie immer gerne mit Widmung.
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Okay – aber irgendwo muss man ja anfangen, oder? Wenn ihr gerade denkt: Klingt alles gut, aber wie denn konkret? – dann macht es euch leicht. Sucht euch einen kleinen Bereich. Den Saum am Zaun. Die Ecke hinterm Kompost. Die Baumscheibe unter dem Apfelbaum. Lasst dort einfach mal etwas stehen. Ein Stück Wiese. Das letzte Laub. Die trockenen Halme. Und dann: beobachten. Was passiert. Wie es sich verändert. Wer plötzlich auftaucht, Hummeln, Vögel, Käfer ... Oder ihr fangt ganz konkret an – mit dem Wildnis-Tipp der Woche: |
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Wildnistipp der Woche
Braune Stauden schneiden? Habt ihr das auch schon gedacht? Aber jetzt, oder? Jetzt muss ich doch endlich schneiden, das frische Grün kommt schon durch…
Nö. Müsst ihr nicht.
Aus ökologischer Sicht ist Schneiden gar nicht nötig. Stauden und Kräuter kommen wunderbar klar damit, wenn braun und grün durcheinander wachsen. Das Problem ist eher unser Kopf. Wir halten dieses „braun + grün zusammen“ schlecht aus. Es soll ordentlich aussehen, frisch, aufgeräumt. Aber: Verblühte Stauden und trockene Stängel sind keine Reste. Sie sind voller Leben. Hier haben Spinnen, Eier, Larven und Puppen, Käfer, Ohrwürmer, Wanzen, Heuschrecken.
Ab April heißt es oft: Jetzt haben sie „ausgeschlafen“, jetzt darf geschnitten werden. Nur: Genau dann sind die ersten schon wieder aktiv. Legen Eier. Starten neu. Und das „alte Zeug“ ist schon wieder und immer noch Lebensraum. Je länger es steht, desto besser. Und ja, es ist auch wunderbares Ablenkfutter für Schnecken.
Ihr müsst als gar nicht schneiden. Wenn ihr möchtet, dann so spät wie möglich. Und so wenig wie möglich. Nur da, wo es euch wirklich stört. Und selbst dann: abschneiden und liegen oder stehen lassen ist besser als wegwerfen.
Am besten ist: einfach stehen lassen. Und ihr könnt euch ziemlich sicher sein, die braunen Reste zahlen es euch bunt zurück. Mit mehr Insekten. Mehr Vögeln. Mehr Leben im Garten. |
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????Und sonst so?
... wird mein Buch „Friede den Maulwürfen“ gerade nachgedruckt. Es hat sich so gut verkauft – ich freu mich riesig. (Inhaltlich bleibt natürlich alles wie es ist.)
… habe ich wieder einen Rabattcode für euch: Bei meiner lieben Kollegin von der Versandgärtnerei Kräutergarten Urban bekommt ihr mit dem Code krautundbuecher5 bis zum 15. April 5 % auf alle Wildstauden in ihrem Sortiment. Perfekt, um Vogelfutter zu pflanzen - statt zu kaufen; und um jetzt die richtigen Stauden zu setzen, die nicht nur im Sommer schön sind, sondern auch im Winter Struktur geben und Lebensraum bieten. |
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Und zum Schluss: Weil gerade Ferien sind – mal wieder eine kleine Beschäftigung für die lieben Kleinen (und ehrlich gesagt auch für uns Großen). Ein Stück Kreide, ein bisschen Fugenkraut – und schon wird der Feiertagsspaziergang zur kleinen Natur-Kunstaktion.

Noch viel mehr Ideen für ökologisch-preiswertes DIY in meinem EBook: DIY Natürlich Kreativ - und das gibt es gerade mit Ferien-Rabatt. Damit keine Langeweile aufkommt.
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???? Ganz zum Schluss
Heute habe ich euch viel davon erzählt, dass auch Blattläuse wichtig sind. Und Schnecken. Giersch und all die anderen vermeintlichen Nervensägen. Das ist manchmal gar nicht so leicht auszuhalten – vor allem, wenn man noch tief in den alten Gartenregeln vom Gegeneinander steckt. Deshalb machen wir da nächste Woche einfach weiter.
Und jetzt erstmal: schöne Ferien und entspannte Feiertage
Sigrid |
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