Warum ausgerechnet die Schnecken aus dem Buch verschwinden mussten, weshalb aus dem gestrichenen Kapitel ein ganzes Universum wurde - und was ihr davon habt. Und eine neue Schneckenfresserin stelle ich euch auch noch vor. |
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Die Schnecken-Geschichte hinter dem Buch des Monats
Diesen Monat ist "Ein Garten voller Tiere" dran: Das große Buch mit den wunderbaren Tierfotos, vielen Geschichten und Einblicken in das Leben der Gartentiere. Es ist eines meiner liebsten Bücher geworden. Nicht nur wegen der Texte, sondern auch wegen der Bilder.
Die stammen nämlich von Heinz Schmidbauer, altgedienter Naturfilmer und -fotograf, der unter anderem für Heinz Sielmann gearbeitet hat und ein beeindruckendes Archiv voller Tieraufnahmen besitzt.

Eigentlich wollte ich das Buch damals gar nicht schreiben.
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Das Honorar war, sagen wir mal vorsichtig, eher symbolisch. Von Büchern wird man als Autorin eh nicht reich, aber es geht offensichtlich auch immer noch weniger. Dann durfte ich all die Fotos sehen im Archiv von Heinz Schmidbauer. ich klickte mich durch die Bilder und dachte: Wie viel müsste ich eigentlich bezahlen, damit ich zu diesen Fotos Texte schreiben darf?
Also habe ich doch zugesagt. Habe Konzept und Kapitel geplant, um all die tollen Bilder, es hat großen Spaß gemacht, und wir alle fanden uns alle gegenseitig toll.
Nur nicht beim Thema Schnecken. Schnecken seien ja nun keine wichtigen Gartentiere und mein Kapitel „Schneckenliebe lohnt sich“ zu positiv, da könnte sich kein Gartenmensch mit identifizieren, so der Fotograf.
Also habe ich argumentiert. Noch mal erklärt, was auch drin steht, dass Schnecken eben auch Geschöpfe des Universums sind, dass sie Teil von Nahrungsketten sind, dass Glühwürmchenlarven Schnecken fressen und überhaupt.
Daraufhin hieß es dann: Ja, das könne sein. Aber es gäbe keine guten passenden Fotos. Das wusste ich allerdings besser. Ich hatte sie ja vorher selbst in seinem Archiv gesehen. Und bot auch meine eigenen an.
Am Ende kam die Entscheidung in unserem Disput mehr oder weniger diplomatisch vom Lektorat: Das Manuskript müsse leicht gekürzt werden, und man habe sich für das Schneckenkapitel entschieden.
Ihr bekommt es gleich noch zu lesen. Ich erzähle noch kurz wie es weiterging.
Das Buch erschien 2024. Im Mai. Und kurz darauf kam das große Schneckenjahr. Von jetzt auf gleich wollten alle etwas über – oder gegen – Schnecken wissen. In Interviews, Vorträgen, Zeitschriftenartikeln, auf Instagram. Überall dieselben Fragen. Ich war rund um die Uhr damit beschäftigt, zu schreiben, zu posten und zu beantworten.
Und jedes Mal dachte ich: Schade. Wenn das Kapitel im Buch wäre, könnte ich "Ein Garten voller Tiere" jedes Mal als Buchtipp mitempfehlen.
Aber es war ja gestrichen worden. Aber nicht tot. Sondern es wurde zu was Neuem: Aus zwei gestrichenen Buchseiten wurden Vorträge, Zeitschriftenartikel und Blogbeiträge. Birgit Schattling vom Bio-Balkon und ich haben die Artensprechstunde ins Leben gerufen. Und schließlich mein EBooklet „Schneckenliebe lohnt sich“, in dem das Thema heute viel ausführlicher behandelt wird, als es damals im Buch überhaupt möglich gewesen wäre.
Es ist ein bisschen wie bei der Vorstellung, man nehme etwas Hauruck, Gift und Gewalt und sei dann das leidige Schneckenthema los. In der Realität wird das Thema oft nur größer. Das ist so eine Art Naturgesetz, das sich nicht nur auf Schnecken bezieht. Es gilt auch für Blattläuse, Wühlmäuse und viele andere Arten.
Und offensichtlich auch für Buchkapitel. |
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Hier ist es:
Schneckenliebe lohnt sich
Die Birke grünt, die Wiesen sind voller Klee, Taubnesseln und Löwenzahn. Auch im Frühbeet wachsen schon die ersten Pflänzchen, Salat und Kohlrabi, vorgezogenen Sommerblumen. Leider oft nicht lange, denn kaum gesetzt sind sie am nächsten Tag verschwunden. Geblieben sind nur Stängelstumpfe, wenn überhaupt. Der Frühling geht in die Vollen, endlich. Die Schnecken auch.
Häuserschnecken, die finden viele noch okay, sogar hübsch. Aber bei den Nacktschnecken, die den Salat wegraspeln, da hört der Spaß auf. Vor allem bei der Spanischen Wegschnecke. Ein dickes rotbraunes Ding, eingewandert aus Südeuropa und so schleimig, dass noch nicht mal die Vögel dran gehen. Bevor wir uns in Rage reden: auch wer sich mit Schnecken nicht anfreunden will, sollte die Fakten kennen über den Feind. Dann weiß man auch, wie ihm beikommen und verkämpft sich nicht an den falschen Fronten. Die Spanische Wegschnecke zum Beispiel mit dem wissenschaftlichen Namen Arion vulgaris wird verdächtigt nach dem Zweiten Weltkrieg mit Obst- und Gemüseimporten eingeschleppt worden zu sein. DNA-Untersuchungen haben das nicht bestätigt. Im Gegenteil: Sie ist keine Spanierin, sondern einheimisch mitteleuropäisch und eng verwandt mit anderen Wegschneckenarten. Anders als viele andere Schnecken ist sie allerdings nicht tageslichtscheu und bei feuchtwarmen Wetter trifft man sie recht zu verlässig. Während die anderen im frühen Morgengrauen verschwinden und bis in die Nacht in ihren Verstecken ruhen, sitzt die dicke rote Schnecke im Beet, wenn wir den Garten betreten. Der Salat daneben - ist weg.
Oft wird empfohlen und auch praktiziert, sogar von Biogärtnern und Naturfreunden, die Arionexemplare zu töten. Durchschneiden, Einfrieren, Ertränken, Vergiften. Lieber nicht. Das ist schlecht fürs Karma und schlecht für den Garten und alle Tiere darin.
Erwachsene Schnecken werden in der Tat nicht so gerne gefressen von Vögeln – auch wenn einzelne Arten es doch tun und sich an einem dicken Stein Drosselschmieden genannte Schlachtplätze einrichten, wo zertrümmerte Schneckenhäuser vom Gemetzel zeugen. Ob Vögel nur Häuserschnecken fressen, wer weiß. Von Schnecken ohne Haus bliebe ja nichts übrig. Wer Schnecken in jedem Falle gerne frisst: Kröten und Reptilien, Bilche, Bodeninsekten und andere Krabbeltiere wie Hundertfüsser. Auch Schnecken fressen Schnecken: Schnegel ähneln den Nacktschnecken, sind aber keine Vegetarier, sondern kleine Raubtiere und sehen auch so aus: tiefschwarz wie ein Panther oder getigert und gescheckt der Tigerschnegel. Käfer sind ebenfalls Schneckenvertilger. Große Laufkäfer jagen ausgewachsene Schnecken, viele anderen, die kleinen Glühwürmchenlarven, essen am liebsten Schneckeneier. Manche Arten tragen ihren Schneckenhunger sogar im Namen, der Schneckenkäfer zum Beispiel.
Wer im Herbst – wie es oft empfohlen wird - alle Eier entfernt, die unter Brettern, Töpfen und großen Blättern zu finden sind, nimmt diesen Tieren ihre Nahrung. Sie sterben und können im nächsten Jahr keine Schneckeneier zu fressen. Mehr Schnecken überleben – und fressen Salat. Übrigens nicht nur Wegschnecken, auch Häuserschnecken, wie die ehrwürdige Weinbergschnecke. Eigentlich stehen sie mehr auf welkes, schlappes, krankes, totes Pflanzenmaterial, ihre Rolle in der Natur ist es solche Abfälle zu verwerten. Dass der kleine Setzling mal ein großer Salatkopf werden soll, weiß die Schnecke nicht. Wie er da liegt, drei Blättchen nur, zerknickt und verletzt, halbtot und hungrig und durstig, weil er mit den kaputten Wurzeln nicht an die Bodennährstoffe kommt und auch nicht mehr in seinem sicheren Gewächshaustöpfchen sitzt, ist für die Schnecke klar: Dem geht es nicht gut, der kann weg. In den Kreislauf der Natur zurückgeführt werden.
Sinnvoller als Schnecken zu töten: Schützen Sie sich vor Schneckenfraß. Direktsaaten etwa sind robuster als umgepflanzte vereinzelte Setzlinge und wenn Sie erst säen, wenn es warm genug ist, wachsen die neuen Pflänzchen umso besser und werden von Schnecken nicht mit Nahrung verwechselt. Nie abends gießen und nie großflächig alles berieseln. Auf einem feuchten, glatten Boden gleiten die Schnecken wie auf dem Förderband direkt vor die jungen Pflanzen, statt sich über Gras und Erdbröckchen mühsam heranschleimen zu müssen. Noch besser: wenn sie sich durch Ablenkfütterung den Weg bahnen müssen, durch Köderpflanzen wie Gartenkresse oder Welkes aus dem Küchenabfall. Möhrengrün, Apfelschalen und anderes olles Zeug mögen die meisten Schnecken nur zu gerne. Fast überflüssig zu sagen, dass in aufgeräumten und gründlich gepflegten Gärten Schnecken kaum solches Futter finden und sie sich aus lauter Not aufmachen ins Frühbeet. Ein unordentlicher Garten mit reichlich herumliegenden Pflanzenabfall und verwesendem Grünzeug ist der beste Schutz vor Schneckenfraß. Außerdem werden in einem solchen Garten die Schnecken nie überhand nehmen. Denn in den unordentlichen Ecken fühlen sich auch all die anderen tierischen Mitbewohner wohl, die auf die Schnecken ein scharfes Auge haben. Und scharfe Zähne und Schnäbel.
Aber muss es dann gleich Liebe sein? Das denken Sie sich jetzt vielleicht. Gegenfrage: warum nicht? Schnecken sind faszinierende Tiere, total modern, queer und divers. Jede Schnecke kann männlich sein und weiblich. Vor der Paarung streiten sie sich darum, wer den Liebespfeil abschießt und wer die Eier legt. Mama sein möchten sie beide nicht; vermutlich ist das zu anstrengend. Schnecken bestäuben beim Herumkriechen Blumen: hier nehmen sie Pollen mit, da schmieren sie einer anderen Blüte was auf den Blütenstempel. Ein paar Wochen später verteilen sie die fertigen Samen auf die gleiche Art. So wachsen in kleinen Lücken zwischen den Pflastersteinen Veilchen und zwischen den dicken Wurzeln der Kiefer auch. Weinbergschnecken können bis zu 30 Jahre alt werden und sie sehen so runzelig und erhaben aus, dass man auch bei jungen Exemplaren genau das schon denkt. Als Wohnung mögen sie wie die meisten Schnecken dunkle feuchte Ecken und Laub, besonders im Winter ist das wichtig. Sie graben sich ein richtiges kleines Winterloch unter der Erde, polstern es mit Laub und Pflanzen und dann verschließen sie ihren Häuscheneingang mit einem Spezialdeckel, der isoliert, aber noch Luft durchlässt. Auch die Bänderschnecken machen das so. Diese häufige Schneckenart sieht man oft an Wänden oder Bäumen oder großen Stauden und Blüten. Sie weiden Algen und Pilzen von den Pflanzen, auch das kommt dem Garten zu Gute. Mehltaupilze haben zwar auch ihre Rolle in der Natur; dennoch möchte man möglichst wenig an den Rosen und den Zucchini haben.
Darum Schneckenliebe: Sie machen den Garten schön. |
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Und das ist das Schneckenuniversum, das daraus entstanden ist:
- Die Artensprechstunde: ein unterhaltsamer und informativer Online-Vortrag von mir, voller toller Bilder. Dazu bekommt ihr ein EBook zum Nachlesen und die Möglichkeiten, mir im Chat Fragen zu stellen, die noch offen sind. Also: Video + EBook + Fragen im Chat: kein Live-Termin nötig. Die Artensprechstunde findet online bequem bei euch zu Hause statt. Die Buchung wird über digistore abgewickelt. Ihr erhaltet dann eine Mail mit den Zugangsdaten; und könnt die Artensprechstunde sofort anschauen, so oft und wann ihr wollt. Die Schnecken waren die ersten, aber es gibt noch mehr Ausgaben: zu anderen Ärgernissen und Lieblingstieren im Garten, zum Beispiel Ameisen, Blattläuse, Wühlmäuse, Laub, Vögel, Spinnen oder Käfer.

- Ein EBooklet "Schneckenliebe lohnt sich". Weil ich immer wieder höre, dass viele von euch gerne etwas in der Hand haben, oder zumindest auf dem Tablet, als Text, nicht nur als Post, als Online-Datei oder Vortrag.

Dazu habe ich noch eine besondere kleine Aktion für euch: Wenn ihr jetzt "Ein Garten voller Tiere“ bestellt, bekommt ihr mehr als das fehlende Kapitel, nämlich genau das EBooklet einfach so dazu. Na, nicht ganz einfach so: Ihr müsst im Shop den Gutscheincode SCHNECKENLIEBE eingeben. |
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So, aber worum geht es denn im Buch, wenn nicht um Schnecken?
Damit ihr nicht die Katze im Sack, oder den Käfer, die Eidechse, das Eichhörnchen im Sack kauft, gibt’s hier ein paar Einblicke in das Buch des Monats:
"Willkommen im Artenreich:
Wer einen Garten hat, bekommt Besuch. Hummeln summen im Mohn, Eichhörnchen flitzen über den Rasen und hopsen von Ast zu Ast. Meisen und Amseln fliegen in den Garten und wieder weg, frei wie der Wind. Abends schlurft ein Igel vorbei. All das zu erleben und zu beobachten ist einfach schön. Studien haben gezeigt, dass mehr Vögel in der Umgebung Menschen zufriedener machen und zwar ähnlich stark – die Wissenschaft hat ihre Methoden, das in Zahlen auszudrücken – wie eine Gehaltserhöhung oder ein Lottogewinn.
Das glaube ich sofort. Für mich ist jedes Tier ein Geschenk. Weil ich Tiere liebe. Auf eine Art, die noch aus meiner Kindheit stammt, als ich mich vollkommen mit der Natur verbunden gefühlt habe. Ich habe mit den Tauben geredet, mir Käfer über die Hand krabbeln lassen, Wanzen und Fröschen Namen gegeben, Spinnen aus dem Haus eskortiert, bevor meine Mutter sie erwischen konnte und stundenlang die Ameisen beobachtet. Ich mache das noch immer so. Noch immer ist jede Tierbegegnung ein Geschenk. Obwohl ich längst erwachsen bin, außerdem Naturwissenschaftlerin und diplomierte Geoökologin.
Vielleicht auch weil ich längst erwachsen bin, außerdem Naturwissenschaftlerin und diplomierte Geoökologin.
Weil ich so verdammt genau weiß, dass es immer weniger werden. Dass es nicht mehr selbstverständlich ist, im Mai Maikäfer zu sehen, im Sommer Schwalben und im Herbst die Kraniche zu hören.
So ernst die Lage ist, so sehr liebe ich meine Arbeit. Seit mehr als 20 Jahren beschäftige ich mich in meinem Beruf als Autorin und Referentin mit der Natur, der heimischen Tierwelt und damit, unsere Artenvielfalt im Alltag zu fördern. Anderen zu zeigen, dass nur wenig so viel bewirken kann, im Garten, auf dem Balkon, in jeden Fleck, vom Friedhof bis zum Mülltonnenhäuschen, im Kleingarten oder auch im Stadtpark.
Bei meiner Arbeit lerne ich viele Menschen kennen: Teilnehmerinnen und Teilnehmer in meinen Lesungen, Führungen und Workshops, Leserinnen und Leser. Ach Kolleginnen und Kollegen, Menschen, die so denken und fühlen wie ich. Mit denen ich mich dann auch sehr verbunden fühle. Auch das ist ein großes Geschenk. Ein lieber Kollege ist der Vater dieses Buches: Heinz Schmidbauer. Er ist Naturfotograf und hat seinen Garten als Tierparadies so angelegt, dass er die wundervollsten Bilder macht, die ich je gesehen habe. So unterschiedlich die Motive sind, zeigen sie alle das, was ich versucht habe in Worte zu fassen: Jedes Tier ist etwas ganz besonderes und irgendwie auch nur ein Mensch.
Nur ein kleiner Teil seiner Werke hat Platz im Buch. Bei der Auswahl haben wir uns von verschiedenen Kriterien leiten lassen: ist es ein Tier, das alle mögen oder das alle mögen sollten? Ist es abwechslungsreich, ist beeindruckend? Deswegen präsentieren wir Ihnen hier viele sogenannte Flaggschiffarten. Imposante Hirschkäfer, niedliche Igel, majestätische Kreuzspinnen, Schmetterlinge mit bunten Flügeln, goldäugige Florfliegen, buntgefiederte Gartenvögel. Als Symbolfiguren und Sympathieträger. Ja, alle Tiere sind gleich viel wert, alle haben ihre Rolle in den Nahrungsnetzen der Natur. Aber es ist nun mal menschlich, eine Faible für Schönheit zu haben. Wären Feldschnurfüßler oder Ohrkneifer auf dem Cover statt Eichhörnchen und Schmetterlingen, hätten Sie das Buch vermutlich gar nicht in der Hand. Auch innen ist nicht jede Wanze und jedes Würmchen ausreichend gewürdigt, dazu gibt’s zu viele und es ist zu wenig Platz.
Das muss auch gar nicht sein, all das was bunt und wild durcheinander lebt, kriecht und fliegt, muss man nicht alles genau kennen. Aber: „Man sieht nur, was man weiß“ – soll Goethe gesagt haben. Und im Naturschutz gibt es die Redewendung. „Nur was man kennt, kann man auch schützen.“ In diesem Buch lernen Sie es näher kennen, das Tierparadies Garten, damit Sie wissen, wen Sie dort alles treffen können. Und wen es zu schützen gilt.
Das Schöne an den Flaggschiffen: Wenn Sie sich um diese besonderen Tiere bemühen, segelt in ihrem Gefolge die ganze genauso wichtige Krabbel- und Kriechtierschar ebenfalls in günstigen Gefilden.
Besonders angetan haben es uns die Eichhörnchen; vielen Menschen geht es so. Der gute alte Alfred Brehm nannte sie „die Äffchen unserer Wälder“. Das passt, nicht wahr? Es ist reine Freude, sie zu beobachten. Eichhörnchen sind tagaktiv, immer in Bewegung und ganzjährig in Aktion. Auch in diesem Buch. Ein weiteres Tier das Sie in fast jedem Kapitel treffen werden ist die Ameise. Oft geschmäht, aber sehr zu Unrecht. Sie werden sehen, es lohnt sich, sie näher kennenzulernen und mit ihr befreundet zu sein." |
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... und hier mein Lieblingskapitel:
"Die gibt’s doch gar nicht: Der Garten als Märchenland
Pandabären, Giraffen, Schnabeltiere – die Evolution hat so wunderbare Tiere hervorgebracht, dass man es kaum glauben würde, gäbe es nicht Fotos davon. In unseren Breiten und unseren Gärten geht es nicht ganz so spektakulär zu, zumindest nicht im Großen. Im Kleinen jedoch können wir zahlreichen Tierchen begegnen, die auch aus einem Märchenfilm stammen könnten. Zwergen-Kolibris schwirren im Lavendel; auf der Rose sitzt eine kleine bronzefarbene Motte mit Fühlern so lang wie Rapunzels Haar, zu Herzen verknotete Libellen schweben über den Teich und im Gras sitzen prinzessinenzarte Florfliegen und Taillenwespen, die in der Mitte so schmal sind, dass selbst hartgesottenen Korsettträgerinnen schummerig würde. Außerdem futuristische Kamelhalsfliegen, martialisch aussehende Skorpionsfliegen oder die in eine Regenbogenrüstung gewandete bunt schillernden Goldwespe.
Sie alle und noch viel mehr können wir in unseren Gärten, auf unserem Planeten erleben. Gemacht und geschenkt von der Evolution – und ein kleines bisschen Konkurrenz. Wenn seit Anbeginn der Zeiten alles Leben einfach koexistiert und von Luft und Liebe gelebt hätte, wäre es nicht notwendig gewesen, etwas am Zustand der Urwesen in der Ursuppe zu verändern. Aber weil es knappe Ressourcen zu verteilen galt, musste man sich etwas einfallen lassen. Kämpfen zum Beispiel, oder sich verteidigen, dafür braucht es spezielle Körperteile oder Chemie; oder coole Drohgebärden. Schmetterlingsraupen sind ein Paradebeispiel. Ziemlich dick und unbeweglich schaffen sie es kaum zu fliehen, wenn jemand sie fressen möchte. Entweder machen sie sich unsichtbar, tarnen sich im Look ihrer Futterpflanze. Oder sie hauen richtig auf den Putz: manche können fauchen und spucken, sie haben pieksige Haare und tragen Gift in sich. Oder sie tun so, als wären sie ein Raubtier: Die Weinschwärmerraupe - olivbraun und dunkel gefleckt – kann sich zusammenziehen, so dass ihre eines Ende aufbauscht wie eine Kobraschlange und die Flecken zu stechenden Augen werden.
So oder so, die Lebewesen müssen jagen, rennen, fliegen, sich verstecken, verteidigen, täuschen, handeln, kooperieren, um an Fressen zu kommen und Nachwuchs zu reproduzieren – und um zu vermeiden, gefressen zu werden, bevor sie sich reproduziert haben. Rollasseln kugeln sich zusammen wie ein Igel, Bienenwölfe schnappen sich andere Insekten im Flug wie ein Drache, der Jungfrauen in seine Höhle schleppt und sie dann bei lebendigem Leib an seine Brut verfüttert. Oder die Streifenwanze. Wanzen sind meistens nicht sehr fancy, aber diese hat ein so perfektes Outfit als wäre sie Fashionfluencerin: Oben rote Streifen, unten rote Punkte.
Und der Kolibri? Ist keiner. Sondern ein Taubenschwänzchen, ein Nachtfalter, aber tagaktiv und sogar auch bei Regen unterwegs. Obwohl Taubenschwänzchen eigentlich aus dem Mittelmeergebiet stammen. Seit es wärmer wird, sieht man sie immer öfter, an Geranien, Lichtnelken, Phlox oder Lavendel. Im Schwirrflug stehen sie in der Luft vor den Blüten und tunken ihren langen Saugrüssel hinein, kurz wird geschlürft, und dann flattern sie weiter." |
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Und zum Schluss: Vom Buch in den Garten
"So viele Fotos gab und gibt es in diesem Buch zu bewundern; sie alle sind nur ein kleiner Teil von allen, die Heinz Schmidbauer je gemacht hat – und auch alle, alle seine Fotos würden nur einen Ausschnitt zeigen aus dem Leben unser wilden Gartentiere. So viel Text haben Sie zu lesen, ich könnte noch weiter erzählen, seitenweise, bücherweise – es wären doch nur Ausschnitte aus allen Geschichten, die es zu erzählen gibt. Was wir alles noch nicht wissen, wäre noch viel, viel mehr.
Zum Thema Biodiversität und wie alles mit allem zusammenhängt wissen wir ungefähr so viel wie die Menschen zu Zeiten von Kopernikus über das Weltall. Die Erde war eine Scheibe und der Mittelpunkt des Universums. Für den gesunden Menschenverstand konnte es gar nicht anders sein. Dass wir auf einer sich rasend schnell in einer ewigen Weite drehenden Stein-Feuer-Kugel leben, ist mit dem Verstand auch heute noch schwer zu fassen. Wir wissen es einfach, weil die Wissenschaft es bewiesen und Fotos gemacht hat. Und lächeln über die naiven Menschen, die damals stur ans Falsche weiterglaubten und dachten, der Himmel könnte ihnen auf den Kopf fallen. In einigen hundert Jahren wird die Menschheit vielleicht über uns lächeln, über das, was unser gesunder Menschenverstand und unsere beschränkten technischen Möglichkeiten uns vermittelt haben: Der Mensch ist die Krone der Schöpfung und der Mittelpunkt des Universums der Natur. Und wenn wir etwas lästig finden wie Blattläuse oder Giersch, dann muss das halt weg. Das ist egozentrisch, kurzsichtig und in Zeiten des Artensterbens und Klimawandels dramatisch gefährlich. Als es nur wenige Menschen gab und jede Menge Insekten und andere Tiere, dürfte die Natur es leichter ausgeglichen haben, wenn ein Mensch achtlos einen Käfer zertrat. Je mehr Menschen es gibt und je weniger Insekten, umso mehr sind dann bald tot. Deshalb sollten wir sorgsam mit allen, allen, allen Arten umzugehen; egal ob sie uns gefallen, als Nützlinge oder als Schädlinge gelten, lecker schmecken oder bei Bauvorhaben im Weg sind.In diesem Buch wollten wir Sie bekannt machen mit schönen, seltenen, verschätzten, besonderen Gartenmitbewohnern. So dass Sie sich auf „Du und Du“ fühlen mit ihnen. Tiere und Pflanzen zu vermenschlichen ist immer ein bisschen heikel, weil erstens unwissenschaftlich und zweitens könnte, man versucht sein, sie auch nach menschlichen Maßstäben zu beurteilen. Jemand, der sich in Exkrementen wohnlich einrichtet? Der Vögelchen aus dem Nest frisst oder sogar Leichen? Das kann ja nur ein schlechter Charakter sein. Dabei muss es Tiere geben, die all das machen, sonst wäre ein Leben auf der Erde und die Natur, wie wir sie kennen, nicht möglich. In diesem Rahmen geben sie alle ihr Bestes. Auch das wollten wir zeigen. Und dass es auch für alle Tiere gilt, die in diesem Buch nicht mit Bild und Namen vorkommen, weil es keine Bilder gibt, weil sie zu klein, zu scheu, zu selten sind, weil wir vielleicht gar nicht wissen, dass es sie gibt. Auch wenn sie sehr wohl in Ihrem Garten existieren.
Gärten sind besondere Orte, ein Zwischending von Wildnis und Wohnzimmer. Wir Menschen haben diese Stückchen Natur vom Universum nur geliehen und sollten es auch so behandeln. Das Schöne: im Garten können wir unmittelbar anfangen, etwas zu verbessern. Flächenversiegelung, Braunkohleabbau, Glyphosateinsatz – das können wir nicht einfach so verhindern, verändern. Aber auch im kleinsten Garten kann ein Stück Zaun zur Hecke werden, der Rasen zur Blumenwiese, sogar im Hinterhof passt ein Haufen Laub in eine Ecke oder ein Vogelhäuschen an die Wand. Dann blüht und lebt immer etwas, egal, was Wetter und Klima machen: Im wilden Heckensaum wuseln Spitzmäuse, im Rosendickicht nistet ein Zaunkönig und im Laubhaufen verbringt unser Zitronenfalter den Winter. Wenn wir rausschauen können wir uns verbunden fühlen mit den Spinnenfrauen, den Eichhörnchen und dem dicken Nashornkäfer. Das macht Freude, das macht zufrieden. Ein Gartenparadies, das ein Tierparadies sein darf ist auch ein Menschenparadies."
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Wenn ihr jetzt Lust habt auf das Buch (plus Schnecken-EBooklet): Meine Bücher gibt’s überall wo es Bücher gibt und auch direkt bei mir in meinem kleinen Online-Shop, dann auf Wunsch gerne mit Widmung. Und denkt an den Gutschein SCHNECKENLIEBE, fürs EBooklet.
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Wildnistipp der Woche: Das alles sind Schneckenfresser
Wie schon im rausgestrichenen Kapitel erwähnt: Viele Tiere gehören zu den Schneckenfressern. Amseln, Rotkehlchen und andere Singvögel picken Schnecken vom Boden oder schlagen Gehäuseschnecken auf festen Steinen auf. Auch Elstern, Eichelhäher oder in feuchteren Landschaften Störche nutzen Schnecken als Nahrung. Weniger auffällig, aber genauso wichtig sind Amphibien: Erdkröten und Grasfrösche fressen vor allem junge Schnecken. Sie halten sich tagsüber in feuchten, geschützten Bereichen auf – unter Holz, Steinen oder in Laubhaufen. Kleine Wasserstellen wie ein Regenbeet helfen, dass sie in den Garten kommen und bleiben. Auch Blindschleichen, Eidechsen, Ringelnattern sind Schneckenfresser. Sie brauchen warme Sonnenplätze, Verstecke und eine dichte Bodenvegetation. Nicht alles lässt sich gezielt steuern. Ob sich Amphibien ansiedeln, ob Gartenschläfer (auch Schneckenfresser) den Garten entdecken oder ob bestimmte Vögel regelmäßig vorbeikommen, hängt von vielen Faktoren ab, die wir nur teilweise beeinflussen können. Manchmal dauert es Jahre, manchmal passiert es gar nicht. Was sich aber gut „initiieren“ lässt, sind: schneckenfressende Käfer einladen. Ein einfacher und verlässlicher Weg, diese Tiere zu fördern, ist ein sogenannter Käferkeller. Der Name klingt technisch, gemeint ist aber im Grunde ein unterirdischer Totholzbereich (wie genau das geht, steht im EBooklet) Laufkäfer, Mistkäfer oder Moderkäfer leben hier gerne und jagen Schnecken oder fressen ihre Eier. Und Glühwürmchenlarven. |
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Und diese neue Schneckenfresserin habe ich letztens in meinem Garten getroffen. Eine kleine karierte Fliege auf meiner Brennnessel. Was mich freut, denn es ist immer toll, wenn "Unkraut" tolle Insekten anlockt. Aber es kommt noch besser: es ist eine Hornfliege, die zwar von Tau und Nektar lebt. Aber ihr Nachwuchs wächst in Schnecken auf und ernährt sich von ihnen. |
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????Und sonst so?
... mache ich gerade Sommerputz im KrautundBücher-Shop. Wer schon einmal etwas in meinem kleinen Shop gekauft hat, weiß: Er ist ein bisschen homemade - und, naja, manchmal holprig. Er ist so nebenbei entstanden, aber je mehr Menschen ihn nutzen, desto mehr Aufwand machen seine kleinen Macken. Für euch; und für mich. Manchmal verschwinden Downloadlinks. Manche Bestellbestätigungen landen im Spam oder bleiben gleich hängen. Der Versand ins Ausland ist komplizierter, als er sein müsste. Einige Produkte würde ich gerne anders sortieren und bei den Zahlungsmöglichkeiten gibt es ebenfalls noch Luft nach oben.
Kurz gesagt: Es ist Zeit für eine Renovierung. Ich sammle gerade alles, was ich selbst festgestellt habe und was ihr mir in den letzten Monaten zurückgemeldet habt, damit der KrautundBücher-Shop Schritt für Schritt etwas übersichtlicher, zuverlässiger und komfortabler wird. Schreibt mir auch gern: Gibt es etwas, das euch im Shop schon einmal aufgefallen ist? Etwas, das nicht funktioniert hat, umständlich war oder das ihr euch wünschen würdet? Oft fallen euch Dinge auf, die ich selbst längst nicht mehr sehe, weil ich den Shop natürlich ganz anders nutze als ihr.
Dann kommt das auf die Renovierungs-Liste.
Und: während des Durchputz hat der Shop natürlich ganz normal geöffnet. |
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Und zum Schluss: zum Regenbogenmonat Juni Regenbogenideen für Draußen

Noch viel mehr Ideen für ökologisch-preiswertes DIY in meinem EBook: DIY Natürlich Kreativ. Damit keine Langeweile aufkommt.
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???? Ganz zum Schluss
Plane ich gerade auch die Sommer-Newsletter. Es wird etwas zu Spinnen geben, ein schwieriges Thema für viele Menschen, obwohl sie zu den wichtigsten Netzwerkerinnen der Artenvielfalt gehören. Keine Sorge, ich werde euch dabei weder mit schlimmen Bildern noch mit Nahaufnahmen überraschen. Aber erklären, warum Spinnen so nützlich sind und was man tun kann, wenn einem Spinnen deutlich unheimlicher oder ekliger erscheinen, als sie es eigentlich verdient haben. Sich mit Spinnen anzufreunden ist durchaus möglich. D
Außerdem möchte ich darüber schreiben, warum ihr eure Bäume nicht geschniegelt und geschniegelt bis auf den letzten Ast nackig rasieren müsst, sondern ruhig auch mal einen Busch Busch sein lassen könnt. Ameisen stehen ebenfalls auf der Liste. Und natürlich die Frage, wie ihr im Juni möglichst „janz ohne Gießen“ durch den Sommer kommt.
Und: Falls ihr zwischendurch einmal eine Ausgabe des Newsletter verpasst, weil das Wetter zu schön ist, der Garten ruft oder das echte Leben gerade spannender ist als mein Geschreibsel: Alle Newsletter landen auch im Archiv und können später in Ruhe nachgelesen werden. Kleine Aktionen wie Gutscheincodes (Schnecken-EBooklet :-)) sind dann zwar manchmal schon abgelaufen. Die Inhalte aber sind zeitlos.
Sigrid |
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